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Mein Gastland: Kambodscha

Das seit 1953 unabhängige Königreich Kambodscha liegt in Südostasien, zwischen Vietnam, Thailand und Laos. Im Westen des Landes liegt der Tonle Sap, einer der größten und fischreichsten Seen Südostasiens und im Osten fließt der Mekong, einer der längsten Flüsse der Erde.

Das heutige Königreich Kambodscha geht aus dem Reich Kambuja hervor, das seine Blütezeit vom 9. bis 15. Jahrhundert erlebte. Aus dieser Zeit stammende Ruinen (bspw. Angkor Wat) können heute noch besichtigt werden.

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Infos zu geographischer Lage, Klima, Wetter und Landschaft Kambodschas.

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Ein kurzer Überblick: von der Blütezeit ab dem 9. Jahrhundert bis in die heutige Zeit.

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Sprache

Allgemeines zur Sprache der Khmer.

Lage

Kambodscha liegt auf der Indochinesischen Halbinsel, am Nordostufer des Golfs von Thailand. Im Westen und Nordwesten grenzt es an Thailand, im Norden an Laos und östlich bzw. südöstlich von Kambodscha liegt Vietnam. Die Gesamtfläche beträgt 181.040 km², davon sind 176.520 km² Landfläche, auf denen ca. 16,8 Millionen Einwohner leben. Neben dem Festland gehören auch 64 Inseln unterschiedlicher Größe zum Staatsgebiet Kambodschas.

Zwei Drittel der Fläche Kambodschas liegen im Kambodschanischen Becken, ca. fünf bis 30 m ü. NN. Es ist von zwei großen Flüssen durchzogen: dem Mekong und dem Tonle-Sap-Fluss. Außerdem liegt der See Tonle Sap in dieser Region. Während der Regenzeit – ein weltweit einzigartiges Phänomen – ändert der Tonle-Sap-Fluss seine Fließrichtung und sorgt somit dafür, dass sich die Fläche des Tonle Sap Sees von ca. 2.500 km² auf rund 20.000 km² vergrößert. Damit wird er zum größten See Südostasiens und überflutet regelmäßig große Teile der Region, wodurch die Böden fruchtbar werden und sich ideal zum Reisanbau eignen.

An das Kambodschanische Becken schließen sich zu drei Seiten Gebirge und Hochebenen an. Das Kardamom-Gebirge verläuft von Ost nach West, daran schließen sich im Osten die Elefantenberge an, die südlich bis zur Küste des Golfs von Thailand reichen. Außerdem finden sich im Nordosten Kambodschas Ausläufer der Annamitischen Kordillere, einem Gebirge, das hauptsächlich in Vietnam verläuft.

Klima

Das Klima in Kambodscha ist tropisch. Durch die Nähe zum Äquator kommt es im Jahresverlauf nur zu geringen Temperaturschwankungen, meist herrschen zwischen 25 und 30 Grad Celsius. Im Dezember werden die Jahrestiefststände erreicht, während es im April je nach Region bis zu 40°C werden können. Es gibt zwei Jahreszeiten: die Trockenzeit (November bis April) und die Regenzeit (Mai bis Oktober). In der Regenzeit ist die Luftfeuchtigkeit mit teilweise über 90% am höchsten. Die Regenmenge ist vom Südwestmonsun abhängig, sie reicht von 1000 mm Jahresniederschlag am Tonle Sap bis über 5300 mm im Elefantengebirge – in Deutschland liegt der Jahresdurchschnitt bei ca. 800 mm Niederschlag.

Flora und Fauna

Auf einer Höhe von mehr als 700m gibt es einen immergrünen Bergwald, an den Westhängen tropischen Regenwald. Das Tiefland im Kambodschanischen Becken ist von Monsun- und Trockenwäldern bedeckt, die ihr Laub während der Trockenzeit verlieren. Sind Überschwemmungswälder oder sumpfige Savannen vorherrschend, sind die Böden meist nährstoffarm und trocken, somit nicht für Landwirtschaft geeignet. In den Küstengebieten Kambodschas gibt es auch einige Mangrovenwälder.

Neben den Pflanzen gibt es auch eine enorme Artenvielfalt bei Tieren, rund 630 davon gelten als geschützt. In den bevölkerungsarmen Wald- und Gebirgsgebieten leben noch viele Wildtiere, bspw. Indische Elefanten, Tiger, Leoparde, Flughunde und zwei Bärenarten. Daneben gibt es zahlreiche Schlangenarten, unter anderem die Königskobra oder die hochgiftige Krait. Im und um den Tonle Sap leben zahlreiche Wasservögel und -tiere, allein mehr als 850 verschiedene Fischarten. Daneben bietet der Mekong ein Rückzugsgebiet für den Irawadiddelfin und die Cantors Riesen-Weichschildkröte, von der man lange dachte, sie sei bereits ausgestorben.

Geschichte Kambodschas: ein Überblick

Die Geschichte Kambodschas lässt sich in verschiedene Epochen einteilen: die Funan und Chenla-Periode (erstes bis achtes Jahrhundert), die Zeit Angkors (neuntes bis 15. Jahrhundert), die Post-Angkorianische Periode (15.bis 19. Jahrhundert), die französische Kolonialherrschaft (1863-1953), erneut eine Monarchie (1953-1970), eine lange Phase des Bürgerkriegs (1970-1991) mit der Terrorherrschaft der Roten Khmer (1975-1979), der kurzweilige Versuch einer Demokratie (1992-1993) und die anschließende Rückkehr zur bis heute währenden Monarchie.

 

Funan und Chenla

Als erstes Khmer-Reich wurde von europäischen Gelehrten des 19. und 20. Jahrhunderts das Funan-Reich identifiziert. Es erstreckte sich über den südlichen Teil des heutigen Kambodscha und Vietnam. Im siebten Jahrhundert wurde es vom Chenla-Reich erobert. In diese Zeit datieren die Anfänge kambodschanischer Architektur. Nach dem Zerfall des Chenla-Reiches entstand im neunten Jahrhundert das Reich Angkors.

 

Angkorianische Ära

Eigentlich ist „Angkor“ ein Lehnwort aus dem Sanskrit/Pali und bedeutet „Stadt“. In der Geschichtsforschung bezeichnet man mit dem Begriff aber alle (König-)Reiche, die vom neunten bis zum 15. Jahrhundert in der Region, in der heute die Tempelanlagen von Angkor Wat stehen, existiert haben. In dieser Zeit waren kambodschanische Kultur, Kunst und Architektur sehr angesehen, es entstanden beispielsweise auch die berühmten Tempelanlagen Angkor Wats. Die Angkorianische Zeit war sehr friedlich, da es keine konkurrierende Macht in Südostasien gab.

Erst im 13. Jahrhundert entwickelte sich das Siam-Reich zu einer für Angkor gefährlichen Macht, sodass unter siamesischem Druck Anfang des 15. Jahrhunderts die damalige Hauptstadt (heute Siem Reap) aufgegeben wurde. In der Folgezeit verlor das kambodschanische Königreich weiter an Macht und es wurde zu einem Streitpunkt des Siam- und des Annam-Reiches (die beiden Staaten entsprechen liegen auf den Gebieten des heutigen Thailands bzw. Vietnams), bis es am Ende fast gar keine Macht mehr besaß. In der Mitte des 19. Jahrhunderts richtete der kambodschanische König Ang Duong deshalb ein Hilfegesuch an Frankreich, das als Schutzmacht für Kambodscha eintreten sollte. Napoleon III. lehnte dies ab.

 

Französische Kolonialherrschaft

Allerdings kam Kolonialismus in dieser Zeit in Europa in Mode, sodass England, Frankreich und die Niederlande Gebiete Asiens eroberten. Nachdem Frankreich sich Indochinas, Südchinas und schließlich auch Vietnams bemächtigt hatte, dehnte es seine Macht auch nach Kambodscha aus. So wurde im August 1863 ein „Protektoratsvertrag“ von dem kambodschanischen König Norodom und dem französischen Vertreter de la Grandière unterschrieben.

In den folgenden Jahren änderte sich das Leben in Kambodscha kaum, erst 20 Jahre nach dem Protektoratsvertrag begann Frankreich, das Land umzukrempeln: Alle Ministerien und Beamten wurden französischer Aufsicht unterstellt, Zoll- und Steuerwesen sowie das Ministerium für öffentliche Bauvorhaben direkt von Frankreich geleitet. Nachdem es zu zweijährigen Aufständen und Kämpfen gekommen war, die Frankreich schwer geschädigt hatte, wurde die französische Herrschaft vorsichtiger, nahm jedoch weiterhin Macht an sich. Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Kambodscha auch wirtschaftlich ausgenutzt.

Obwohl Kambodscha hohe Steuerlasten hatte und sich die wirtschaftliche Situation der bäuerlichen Bevölkerung durch die Weltwirtschaftskrise noch weiter verschlechterte, kam es im Gegensatz zu Nachbarstaaten kaum zu Aufständen. Erst in den 1930er Jahren bildete sich eine antikoloniale Bewegung in Phnom Penh, die großen Einfluss auf buddhistische Mönche, Schüler:innen , aber auch auf andere Bevölkerungsschichten hatte.

Durch den Zweiten Weltkrieg wurde Frankreich stark geschwächt, weshalb auch seine Machtposition in Indochina sank. Daneben zwang der bewaffnete Widerstand in Vietnam die französische Kolonialherrschaft dazu, seine militärischen Kräfte dort zu konzentrieren, sodass große Teile Kambodschas nicht mehr kontrolliert werden konnten. So war es für die seit den 1940er Jahren wachsende kommunistische Bewegung der „Issarak“ keine schwere Aufgabe, immer mehr Gebiete Kambodschas unter ihre Herrschaft zu bringen. Da Frankreich immer mehr Truppen nach Vietnam verlegen musste, nutzte  König Sihanouk seine machtpolitischen Lage, um von Frankreich Konzessionen zu verlangen. Am neunten November 1953 wurde schließlich die nationale Unabhängigkeit Kambodschas verkündet. Endgültig zog sich Frankreich allerdings erst nach dem Genfer Abkommen im Juli 1954 zurück, nachdem es in der Schlacht von Dien Bien Phu (Vietnam) vernichtend geschlagen worden war.

In den folgenden Jahren verfolgte König Sihanouk eine neutrale Außenpolitik, da er sich weder dem kommunistischen Lager mit China als Großmacht noch dem kapitalistischen Lager der USA anschließen wollte. Diese Politik widerstrebte der US-amerikanischen Sicherheitspolitik, sodass Südvietnam und Thailand als zu dieser Zeit enge Verbündete der USA großen Druck auf Kambodscha ausübten. Letztlich führte dieser harte politische Kurs gegenüber Kambodscha allerdings dazu, dass König Sihanouk sich China annäherte und 1965 die diplomatischen Beziehungen zu den USA abbrach.

 

Eine Phase der Monarchie

Als sich im Vietnam-Krieg die Machtverhältnisse zugunsten Nordvietnams verschoben, baute König Sihanouk die Beziehungen zu Nordvietnam aus. In der Folge wurde kambodschanisches Territorium zur Versorgung nordvietnamesischer Truppen verwendet und verfolgten Soldaten Schutz geboten. Das nahmen die USA zum Anlass, die kambodschanischen Grenzgebiete in höchstem Maße zu bombardieren. Bis heute gibt es noch Millionen nicht explodierter Sprengkörper und zahlreiche nicht geräumte Minenfelder in den Grenzgebieten zu Vietnam.

Gegen Ende der 1960er Jahre veränderten sich die politischen Machtverhältnisse in Kambodscha. König Sihanouk versuchte, die Beziehungen zu den USA wieder zu verbessern und Menschen verschiedenster politischer Lager hinter sich zu vereinen. Dies gelang ihm allerdings nicht, da das Land in einer wirtschaftlichen und politischen Krise steckte. Bei den Wahlen im Jahr 1966 gewann deshalb das rechtskonservative Lager unter General Lon Nol.

In den Erinnerungen vieler Menschen ist die Zeit von der Unabhängigkeit bis in die späten 1960er Jahre sehr positiv konnotiert, da es eine friedliche Zeit war. Wirtschaftlich ging es vielen Menschen gut und auch politisch schien mit der Rückkehr zur Monarchie Stabilität einzukehren. Außerdem gab es große Fortschritte in der gesellschaftlichen Entwicklung, bspw. im Bau von Schulen oder Universitäten. Das änderte sich jedoch radikal mit der Machtübernahme durch Lon Nol.

Während der König auf einer Europareise war, putschte sich General Lon Nol am 18. März 1970 an die Macht und rief eine Republik aus. Vor allem jüngere Generationen, Studierende, Lehrkräfte und Staatsbeamte feierten die Gründung der Republik und sahen sich in der Tradition der Französischen Revolution 1789. Allerdings führte das zu einer gesellschaftlichen Spaltung, da insbesondere ältere Menschen, aber auch die bäuerliche Bevölkerung, entsetzt waren von der Abschaffung der Monarchie.

Aus dieser spannungsgeladenen Situation entwickelte sich ein Bürgerkrieg zwischen der Regierung Lon Nols, der das Militär auf seiner Seite hatte und von den USA unterstützt wurde, auf der einen und den Khmer-Rumdoh, die seit 1973/1974 als Rote Khmer bezeichnet werden, auf der anderen Seite. Nach zur zwei Jahren war das von Lon Nol kontrollierte Gebiet auf einen Bruchteil geschrumpft; die Khmer-Rumdoh hatten, vor allem in ländlichen Gebieten, die Macht übernommen.

Große Teile der Bevölkerung unterstützten die Lon-Nol-Regierung nicht, da diese von den USA unterstützt wurde. Weil die USA wiederum im Rahmen des Vietnam-Krieges Kambodscha bombardiert und somit zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen hatten, standen viele Menschen den USA ablehnend gegenüber. Dieser Umstand vereinfachte es den Roten Khmer, ihre Macht auszuweiten.

 

„Demokratisches Kampuchea“ unter den Roten Khmer

Am 17. April 1975 übernahmen die Roten Khmer die Macht in der Hauptstadt Phnom Penh. In den folgenden Jahren errichteten sie ein kommunistisches Terrorregime, mit dem Idealbild eines autarken Bauernstaates. Die Roten Khmer unter ihrem Anführer Pol Pot krempelten die gesamte gesellschaftliche Ordnung um: so wurden bspw. Schulen, Währung oder Privateigentum abgeschafft und Millionen Menschen aus den Städten auf das Land vertrieben. Jegliche Verweigerung – auch und gerade in den eigenen Reihen – ahndete das Regime mit brutalster Gewalt. Zahlreiche Menschen flohen aus Kambodscha nach Vietnam. Die wachsenden Spannungen zwischen beiden Ländern führten dazu, dass die vietnamesische Armee (ca. 120.000 Soldat*innen) gemeinsam mit Truppen aus geflohenen Kambodschaner:innen (ca. 10.000 Personen) im Sommer 1978 eine Großoffensive gegen die Roten Khmer startete und das Regime schließlich am siebten Januar 1979 zum Einstürzen brachte.

 

Ende des Bürgerkriegs

Mit dem Einmarsch Vietnams kamen vietnam-nahe Kommunist:innen an die Macht. Ihr erklärtes Ziel bestand im Aufbau des Sozialismus nach vietnamesischem und osteuropäischem Vorbild. Da China die durch die Besetzung Kambodschas wachsende Macht Vietnams verurteilte, entstanden neue Bündniskonstellationen: auf der einen Seite standen Kambodscha, Vietnam, Laos und die Staaten der Sowjetunion und auf der anderen Seite standen Thailand und die übrigen Staaten Südostasiens mit den USA und weiteren westlichen Ländern für die Unterstützung der Widerstandsbewegung gegen Vietnam. Praktisch endete das in einem mehr als zehn Jahre andauernden Guerilla-Krieg.

1990er Jahre bis heute

Bereits Mitte der 1980er Jahre begannen Friedensverhandlungen, die allerdings erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion abgeschlossen wurden. Als Ergebnis wurde im Jahr 1991 das Pariser Abkommen unterzeichnet.  Dieses sah einen von den Vereinten Nationen unterstützten Demokratisierungsprozess vor.  Für zwei Jahre wurden Blauhelmsoldat:innen in Kambodscha stationiert, die eine demokratische Verfassungsbildung sowie die ersten Wahlen durchführen sollten. Nach den Parlamentswahlen 1993 kehrte der König an die Macht zurück, als Staatsform sah die Verfassung eine konstitutionelle Monarchie vor, in der der König nur repräsentative Aufgaben innehat. Bei den Wahlen gewannen zwei große Parteien: die royalistische FUNCINPEC und die Volkspartei CPP (Cambodian People Party) unter Hun Sen, der bis 2023 Premierminister Kambodschas war. Daneben beteiligte sich noch die kleinere, Buddhistische Liberaldemokratische Partei (BLDP) an der Koalition. Um beide großen Parteien an der exekutiven Gewalt zu beteiligen, wurden in der Anfangsphase viele Posten doppelt besetzt. So sollte bspw. Prinz Ranariddh erster Premierminister werden, Hun Sen zweiter. Seitdem regiert eine Koalition dieser beiden Parteien das Land, allerdings hat die FUNCINPEC mit der Zeit stark an Einfluss verloren, bei den Parlamentswahlen 2013 schaffte sie es nicht mehr ins Parlament. Im gleichen Jahr gründete sich die Nationale Rettungspartei Kambodschas aus der Sam-Rainsy-Partei und der Menschenrechtspartei. Sie bildete allerdings eine wenig konstruktive Opposition und wurde Mitte November 2017 vom obersten Gericht verboten, weil sie bei den Parlamentswahlen 2013 zu Demonstrationen aufgerufen habe. Seitdem regiert die CPP unter Premierminister Hun Sen bzw. seit 2023 unter seinem Sohn Hun Manet.

Die Staatsform Kambodschas ist heute eine konstitutionelle Monarchie, bei der laut Verfassung alle Gewalt vom Volk ausgeht. Ein alle fünf Jahre gewähltes Parlament und der Senat bilden die Legislative. Das Parlament bildet zusätzlich die Regierung und wählt den Premierminister. Die Judikative ist eigentlich unabhängig, realpolitisch ist sie das nicht wirklich, weil sie aus Parteikolleg:innen der CPP besteht. Die größten Probleme des politischen Systems bestehen in Korruption und Familismus, die vor allem in Regierungskreisen zum Alltagsgeschäft gehören.

Die Sprache der Khmer

Khmer ist die Amtssprache Kambodschas und die Muttersprache der Khmer. Als Khmer bezeichnet man neben der Sprache auch eine ethnische Gruppe, die ca. 90% der kambodschanischen Bevölkerung ausmacht. In Kambodscha ist Khmer das Hauptkommunikationsmittel, vor allem in größeren Städten sprechen aber auch viele Menschen ein bisschen Englisch.

Außerhalb Kambodschas wird Khmer im Süden Vietnams und Laos sowie im Osten Thailands gesprochen. Sprachwissenschaftlich gehört Khmer zur austroasiatischen Sprachfamilie und bildet mit Mon, einer Sprache, die in Thailand und Niederburma gesprochen wird, den Mon-Khmer-Zweig.

Die Sprache ist schon sehr alt, die erste nachgewiesene Inschrift in Angkor Borei stammt aus dem Jahr 611. Khmer hat sich aus dem südindischen Alphabet entwickelt und es bedient sich vieler Worte aus Sanskrit oder Pali. Diese beiden Sprachen werden im Mahayana- bzw. Theravada-Buddhismus verwendet und sie galten zu unterschiedlichen Zeiten als Gelehrtensprachen in Kambodscha. Solche Lehnwörter sind meist mehrsilbig, im eigentlichen Khmer gibt es hauptsächlich ein- und zweisilbige Wörter.

Während der Zeit der französischen Kolonialherrschaft (1863-1953) wurde Französisch als Verwaltungssprache verwendet, was auch in der Folgezeit noch beibehalten wurde, ähneln einige Wörter phonetisch dem Französischen, auch wenn es für alle Wörter auch Äquivalente auf Khmer gibt.

Das schriftliche Alphabet besteht aus 33 Konsonanten, 24 Vokalen und Diphthongen sowie 14 Zeichen für Initialvokale und Pali- bzw. Sanskritwörter. Allerdings entspricht die Aussprache der Schrift nicht 1:1 dem gesprochenen Wort.

Grammatikalisch ist Khmer nicht allzu kompliziert, so gibt es bspw. keine Deklinationen. Allerdings gibt es deutlich mehr Laute als im Deutschen, was die Aussprache recht schwierig macht.

Quellen:

Götze-Sam, Claudia & Samnang, Sam: Khmer Wort für Wort, Reise know-how Verlag Peter Rump GmbH, Bielefeld 2018.

Samnang, Sam: KulturSchock Kamboscha, Reise khnow-how Verlag Peter Rump GmbH, Bielefeld 2015.

Geschwinde, Barbara: Kambodscha kommt zur Ruhe, hg. v. Deutschlandfunk, URL: https://www.deutschlandfunk.de/kambodscha-kommt-zur-ruhe-100.html (14.09.2025).

Tuolsleng.gov.kh (o.V.): History of the Museum, hg. v. Tuol Sleng Genocide Museum, URL: https://tuolsleng.gov.kh/en/museum/building/ (14.09.2025).

Bultmann, Daniel: Kambodscha unter den Roten Khmer. die Erschaffung des perfekten Sozialisten, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2017.

Bmz.de (o.V.): Erhebliche Mängel in der Regierungsführung, hg. v. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, URL: https://www.bmz.de/de/laender/kambodscha/politische-situation-16082 (14.09.2025).

Auswaertiges-amt.de (o.V.): Kambodscha: Politisches Porträt, hg. v. Auswärtiges Amt, URL:  https://www.auswaertiges-amt.de/de/service/laender/kambodscha-node/kambodscha-politisches-portraet-220044 (14.09.2025).

Wikipedia.de (o.V.): Kambodscha, hg. v. wikipedia, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha (14.09.2025).

bpb.de (o.V.): Kambodscha, hg. v. Bundeszentrale für politische Bildung, URL: https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/kosmos-weltalmanach/65701/kambodscha/ (18.09.2025).

Kambodschanische Verfassung, zu finden u.a. unter: https://www.kas.de/documents/252038/253252/7_dokument_dok_pdf_13444_1.pdf/cbaa668f-dffe-7239-264c-46ad55e7b1f4?version=1.0&t=1539670743630 (28.09.2025).

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