Recap Woche 9.1: Kein Wasserfest - was jetzt?
- 19. Nov. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai
Die letzte Woche war ganz schön viel los, deshalb kommt hier ein etwas verspätetes Wochen-Recap😅. Grund dafür waren die Feiertage rund um das Wasserfest. Das Wasserfest läutet das "offizielle" Ende der Regenzeit ein und es ist der Tag, an dem der Tonle Sap seine Fließrichtung ändert - ein einzigartiges Naturphänomen. Während der Tonle-Sap-Fluss in der Trockenzeit ein ganz gewöhnlicher Fluss ist, der vom Tonle-Sap-See gespeist wird, fließt er in der Regenzeit flussaufwärts, da der Mekong durch den Regen so viel Wasser führt, dass er das Wasser aus dem Tonle-Sap-Fluss in den gleichnamigen See drückt und ihn dadurch stark vergrößert.
Normalerweise ist das Wasserfest eines der größten Feste in Phnom Penh, drei Tage lang gibt es traditionelle Bootsrennen, ein Straßenfest mit Musik und gutem Essen, und ein großes Feuerwerk. Dieses Jahr wurden all diese offiziellen Feierlichkeiten allerdings wegen des Grenzkonflikts mit Thailand abgesagt. Das ist echt schade, ich hätte das Wasserfest gerne miterlebt. Vielleicht bekomme ich zu einem anderen Zeitpunkt mal die Möglichkeit, das Wasserfest zu erleben😊
Die Absage der Feierlichkeiten zeigt finde ich auch, wie präsent der Grenzkonflikt ist, obwohl er unseren Alltag nicht beeinträchtigt. Für mich war es ein bisschen überraschend zu sehen, wie tief der Konflikt auch in der Bevölkerung verankert ist; zumindest hat es ein bisschen gedauert, bis ich das realisiert habe. Zu dem Konflikt selbst schreibe ich wahrscheinlich noch einen separaten Artikel, weil es dazu echt viel zu erzählen gibt, jetzt aber erstmal zu der Frage, was ich stattdessen während der Feiertage gemacht habe. Ich dachte mir, wenn ich Montag und Freitag freinehme, habe ich mit den Wochenenden ganze neun Tage, um zu reisen. So habe ich beschlossen, diese neun Tage in Japan zu verbringen.
Meinen ersten Kulturschock erlebte ich schon auf dem Weg dorthin: In Manila, wo ich umsteigen musste, standen Weihnachtsbäume am Flughafen! Dadurch, dass Weihnachten und die Jahreszeiten in Kambodscha quasi keine Rolle spielen, vergesse ich manchmal, dass ja schon November ist und es deshalb gar nicht so abwegig, sich schon mit Weihnachten zu beschäftigen😅. Auf den Philippinen hätte ich trotzdem nicht mit Weihnachtsbäumen gerechnet. In Japan sind mir dann auch einige Weihnachtsbäume begegnet (obwohl auch dort der Buddhismus vorherrschend ist), da war der Schock meinerseits dann aber nicht mehr so groß😆

In Japan selbst war das erste, was ich dachte, als die U-Bahn über die Erde gefahren ist, dass es aussieht wie in Deutschland. Also zumindest von der Landschaft her. Das ergibt auch sehr viel Sinn, weil Japan auf einem ähnlichen Breitengrad wie Deutschland liegt, ich habe nur bisher noch nicht darüber nachgedacht. Genau wie in Deutschland färben sich die Blätter im Herbst bunt und fallen von den Bäumen. Und es wird auch genauso früh dunkel. Das ist in Phnom Penh zwar nicht anders, aber es fühlt sich trotzdem sehr früh an.

Die ersten Tage habe ich in Tokyo verbracht, wo ich mir einige Sehenswürdigkeiten, unter anderem das Nationalmuseum und das Regierungsgebäude angeschaut habe. Letzteres kann man zwar nicht direkt besichtigen, aber in einem der oberen Stockwerke gibt es eine kostenfreie Aussichtsplattform, die einen wunderschönen Blick über die Stadt bietet. Als ich dort war, ging gerade die Sonne unter, das war ein ganz besonderer Anblick - eines meiner Highlights in Tokyo.
Eine weitere Sache, die mir in Tokyo sehr gut gefallen hat, ist die Menge an Grünflächen. Tokyo ist zwar eine riesige Stadt mit unzähligen Wolkenkratzern und vielen Gebäuden, aber es gibt auch Parks mittendrin - sogar ziemlich viele wie ich finde. Diese sind - so wie alles in Japan - sauber und gut gepflegt. Insgesamt habe ich die Stadt als sehr ruhig, geordnet und sauber erlebt. Auch wenn wirklich viele Menschen auf Tokyos Straßen unterwegs sind, ist es an öffentlichen Plätzen stets verhältnismäßig leise, denn Lärm zu machen, laut Musik zu hören oder ähnliches könnte andere stören und wird damit als respektlos gegenüber den Motmenschen angesehen. Generell habe ich das Gefühl, dass Respekt hier eine große Rolle spielt. In dem einen Nachtbus war es beispielsweise verboten, während der Fahrt das Handy zu verwenden, da das Licht die Mitreisenden beim Schlafen stören könnte.

Dienstags bin ich in den nahegelegenen Hakone-Nationalpark gefahren, um ein bisschen wandern zu gehen. Das war echt schön und abends konnte ich sogar noch einen Blick auf Mount Fuji erhaschen - sogar mit Schnee auf der Bergspitze.
Ehrlicherweise war ich aber auch ganz froh, als ich abends im Nachtbus nach Kyoto saß, denn nach den gut 10 km mit meinem Gepäckrucksack und ohne Wanderschuhe freuten sich meine Füße über die Entspannung😅. Auch wenn ich durch die regelmäßigen Pausen alle 2-3 Stunden nicht allzu viel geschlafen habe, war die Fahrt sehr erholsam.
Morgens in Kyoto war ich erstmal sehr froh, meine Jacke mitgenommen zu haben, es war nämlich ganz schön kalt. In Phnom Penh hatte ich schon die Befürchtung, die Jacke würde ein Jahr lang ungenutzt im Schrank liegen, aber hier konnte ich sie sehr gut gebrauchen, denn nicht nur die Natur, auch die Temperaturen erinnern an den Herbst in Deutschland 😅.

Da es bei meiner Ankunft in Kyoto erst sechs Uhr morgens war, habe ich die Gunst der Frühe genutzt, um den Berg zum Kiyomizu-dera-Tempel zu erklimmen, in der Hoffnung, dass es noch nicht allzu voll ist mit Touristen. Das hat auch einigermaßen gut funktioniert, dennoch war ich überrascht, wie viele Menschen so früh schon unterwegs waren. Gleichwohl habe ich auch gemerkt, dass es deutlich mehr waren und immer mehr wurden, als ich wieder nach unten gelaufen bin. Als ich am Busbahnhof gestartet bin, hatte ich noch die Hoffnung, auf dem Berg einen schönen Sonnenaufgang zu sehen, aber dafür war es leider zu bewölkt... Die Aussicht war trotzdem super schön.
Anschließend bin ich ein bisschen am Fluss entlangspaziert und habe erstmal gefrühstückt. Danach bin ich an einigen anderen Tempeln vorbei in Richtung Goldenem Pavillon gelaufen. Ein paar der Straßen rund um die Gion-Tempelanlage waren dabei sehr voll mit Touris. Ich sollte mich nicht beschweren, ich war ja auch so ein Touri, aber das waren schon echt viele Menschen. Da war ich dann ganz froh, als ich aus dem Touri-Gebiet wieder draußen und im kaiserlichen Garten war😅.

Dieser lag auch auf meinem Weg zum Goldenen Pavillon. Hier war ich sehr überrascht, dass man die Wiesen betreten durfte, denn gerade von solchen "offiziellen" Gärten kenne ich es häufig, dass das verboten ist. Wie gesagt, hier zum Glück nicht😊.
Der Goldene Pavillon Kinkaku-ji war schließlich mein letzter Stopp in Kyoto, bevor ich nach Osaka gefahren bin, wo ich übernachtet habe.
Meinen Tag in Osaka habe ich hauptsächlich

damit verbracht, ein bisschen herumzulaufen und die Stadt an sich kennenzulernen. Dabei habe ich das Schloss von Osaka (mit einem sehr schönen Park😊) und das Dotonbori-Viertel besucht. Letzteres ist - so hat es mir ein Japaner erklärt - der Times-Square von Osaka, andere bezeichnen es auch als das Ausgehviertel. Allzu lange bin ich allerdings nicht geblieben, da ich mit einem weiteren Nachtbus weiterfahren wollte zu meinem letzten Stopp dieser Reise.
Mehr dazu gibt es im nächsten Artikel zu lesen, denn ich wollte nicht, dass dieser hier zu lang wird🙃

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