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Das Tuol Sleng Genocide Museum

25. Sept.
3 Min. Lesezeit

Das Tuol Sleng Genocide Museum ist eine Gedenkstätte, die der Opfer des kommunistischen Terrorregimes der Roten Khmer gedenkt, vor allem denjenigen, die im ehemaligen Foltergefängnis S-21 ermordet wurden. Die Dauerausstellung beschäftigt sich mit den Haftbedingungen in S-21, gibt aber auch wertvolle Hintergrundinformationen zu den Khmer Rouge generell.

Ursprünglich ist Tuol Sleng der Name eines Stadtviertels und die heutigen Museumsgebäude waren eine Schule, die Preah Svay High School. Übersetzt heißt das "Mangobaum"-Schule. Die Roten Khmer nutzten sie während ihrer Terrorherrschaft als Foltergefängnis. Seit der Beferiung durch die nordvietnamesische Armee entstand daraus ein Museum, das sich ständig weiterentwickelt und nach Angkor Wat der zweitmeistbesuchte Touristenhotspot in Kambodscha ist.

Nachdem die nordvietnamesischen Truppen das Gefängnis im Januar 1979 entdeckt hatten, war der erste Besuch internationaler Journalist*innen am 25. Januar 1979. Bis Dezember desselben Jahres besuchten nahezu 30.000 nationale wie internationale Delegationen und Gäste den Ort des Schreckens. Allgemein spürte man den Schock über die Verbrechen, es gab unzählige Artikel und Dokumentationen darüber sowie viel internationale Unterstützung in der Versorgung mit lebensnotwendigen Dingen für die kambodschanische Bevölkerung.

Mit dem Beginn des "People's Revolutionary Tribunal", für das das Museum viele Akten bereitstellte, wurde die erste Ausstellung im August 1979 eröffnet. In den ersten zehn Monaten nach der Eröffnung besuchten knapp 22.500 Kambodschaner*innen die Ausstellung, um in den Fotos nach vermissten Angehörigen zu suchen. Im Dezember 1979 wurde das Museum dann offiziell eröffnet, mit dem Überlebenden Ung Pech als Museumsdirektor. Zum "Tag des Sieges" am siebten Januar 1980 wurde eine weitere Ausstellung eröffnet, die anhand der Gemälde des Überlebenden Vann Nath die Folter in S-21 zeigte. Außerdem wurde eine Karte Kambodschas installiert, die aus ausgegrabenen und gereinigten Schädelknochen bestand. Sie sollte den Verlust und das Leid aller Kambodschaner*innen im ganzen Land symbolisieren. Im Jahr 2001 verlangte der damalige König, die Karte abzunehmen und die Schädel nach buddhistischer Tradition zu bestatten. Das Museum entfernte die Karte, die Schädel selbst sind aber bis heute in die Ausstellung integriert.

Neben Fotos der Inhaftierten beinhaltete die erste Ausstellung weitere Gegenstände und historische Zeugnisse der Verbrechen der Roten Khmer.

Im März und April 1979 hatte das Museum nur drei Mitarbeiter*innen, im Juli war die Belegschaft auf 24 Personen angewachsen, die in drei Bereichen arbeiteten: Verwaltung, Repräsentation/Kommunikation und Forschung. In Anbetracht der weiterhin schlechten Versorgungslage erhielten die Mitarbeiter*innen zu dieser Zeit kein Gehalt, sondern Reis und andere Lebensmittel als Vergütung. Im Folgejahr verdoppelte sich die Anzahl der Mitarbeitenden erneut, weil sich neue Arbeitsbereiche ergaben: neben Verwaltung, Kommunikation und Forschung gab es von da an auch Teams für Technik, Archivierung, Guides, Sanierung und Sicherheit. Problematisch waren für viele der Mitarbeitenden allerdings die Inhalte, mit denen sie täglich konfrontiert wurden. Keo Lundi, ein ehemaliger documentation officer, sagte: "I have worked at the museum since 1984. [...] When I came to this documentation section, it was so difficult [...] because we needed to read all the documents. [...] Sometimes, we read the parts that made us very sad [...]." Demgegenüber erzählte Lach Vorteak Kaylan aber auch, dass sie ihre Arbeit in der documentation section sehr spannend fand: "I came to work at the documentation section at the museum in 1985. Here, I was so very much interested in reading that I began to like the documentation section a lot [...]."

Seitdem hat sich das Museum stark weiterentwickelt: im Jahr 2009 wurde das Archiv in das UNESCO-Weltgedächtnis aufgenommen, seit 2015 werden Kleidungsstücke und Gegenstände systematisch repariert und konserviert und seit 2025 sind die Gebäude des ehemaligen S-21, das killing field Choeung Ek sowie das Gefängnis M-13, das in gewisser Hinsicht als Vorläufer von S-21 betrachtet werden kann, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die inzwischen knapp 70 Mitarbeitenden verteilen sich auf acht departments: neben Verwaltung, IT und Finanzen zählen dazu Bildung, Ausstellung, Forschung, das Archiv, die Textil-Konservierung und die Instandhaltung von Gebäuden und Gartenanlage.

Neben der Dauerausstellung und verschiedenen temporären Ausstellungen bietet die Gedenkstätte ihren Besucher*innen die Möglichkeit, mit Zeitzeug:innen zu sprechen oder draußen sowie im "White Lotus Room" die Eindrücke des Besuchs zu verarbeiten und zu reflektieren. Für Interessierte stehen auch eine öffentlich zugängliche Bibliothek mit Büchern über die Roten Khmer, die Prozesse, S-21 und weiteren Themen sowie die Archivalien als Digitalisate auf der Webseite des Museums zur Verfügung.

Die ehemalige Folteranstalt hat sich zu einer Gedenkstätte entwickelt, die über die Vergangenheit informiert und Raum für Dialog und Reflexion über ein grausames Kapitel der kambodschanischen Geschichte schafft.


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