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Recap Woche 17: Willkommen 2026

  • 13. Jan.
  • 5 Min. Lesezeit

Im letzten Beitrag hatte ich schon erwähnt, dass ich nach Weihnachten für ein paar Tage weggefahren bin. Ich hatte aber noch nicht verraten, wohin es mich diesmal verschlagen hat, deshalb kommt hier die Auflösung: nach Mondulkiri. Das ist eine Provinz ganz im Osten Kambodschas, die eine lange Grenze mit Vietnam teilt. Die meisten Menschen, die hier leben, sehen sich als Teil der ethnischen Minderheit Bunong.

Samstagmorgens bin ich also losgefahren und nach ca. sieben Stunden Fahrt in Sen Monoroum angekommen. Dank Sreng konnte ich bei Bekannten von ihm in Putang (einem Dorf in der Nähe von Sen Monoroum) übernachten und mit Hong auch ein Dschungeltrekking machen.

Sonntagfrüh haben wir uns dann aufgemacht in den Wald. Mittags haben wir an einem Wasserfall Pause gemacht, wo man auch schwimmen konnte, und abends haben wir mit drei anderen Trekkinggruppen, die von Hongs Cousins begleitet wurden, zusammen zu Abend gegessen und auch an der gleichen Stelle übernachtet. Das war ganz interessant, ich habe ein japanisches und ein italienisches Paar sowie drei französische Freiwillige getroffen.

Gekocht haben wir alle Mahlzeiten mit Bambus über dem Feuer. Dadurch, dass er innen hohl ist, kann man bspw. Wasser darin kochen oder auch Suppe oder so. Das ist wirklich praktisch! Daneben man kann verschiedene andere Dinge aus Bambus machen, zum Beispiel Becher in unterschiedlichen Größen, von einem normalen Trinkbecher bis zu Schnapsbechern (je nachdem, wie groß der Bambusstamm halt ist😉).

A propos übernachten: Geschlafen haben wir in Hängematten. Diese waren zwar ziemlich dick und ich hatte mir auch zwei Pullis und eine Decke mitgenommen, weil ich schon wusste, dass es kalt werden würde. Gereicht hat es trotzdem nicht... Als ich morgens aufgestanden bin, habe ich mich ziemlich steif und eingefroren gefühlt🥶, da war ich froh, als wir weitergelaufen sind und uns ein bisschen bewegt haben.

Bei aller Schönheit der Natur gibt es aber eine Sache, die mir ein bisschen Sorgen bereitet hat: Schlangen. An sich habe ich kein Problem mit Schlangen, aber so in freier Wildbahn sind sie für mich unberechenbar und wenn man irgendwo im Wald gebissen wird, dann hat man halt ein Problem, wie Hong es ausgedrückt hat. Zum Glück sind uns aber keine Schlangen begegnet🤞. Nachmittags sind wir dann nach insgesamt 30km Fußweg wieder in Putang angekommen.

Abends haben wir wieder gemeinsam mit Hongs Familie gegessen, allerdings bin ich recht früh ins Bett gegangen, weil ich mich auf unserer Dschungel-tour ein bisschen erkältet habe…. Mit ein bisschen Tee und Schlaf war es aber morgens wieder besser.

Dienstags haben wir mit einem anderen von Hongs Cousins eine Elefantentour gemacht. Das heißt, wir haben die Elefantendame Kanchern gefüttert und nach dem Mittagessen waren wir zusammen in einem Fluss und haben sie ein bisschen gewaschen. Rückblickend muss ich sagen, es war zwar sehr beeindruckend, mal einem Elefanten so nah begegnet zu sein, aber ich glaube, ich würde es um des Elefanten Willen nicht noch einmal machen - zumindest nicht in dieser Form. Es ist nicht so, dass die Elefantendame misshandelt worden wäre oder so, zumindest nicht in meiner Anwesenheit, aber grundsätzlich tut es Elefanten nicht gut, wenn sie allein leben und ständig von Menschen umgeben sind.

Inzwischen tut es mir leid, dass ich mich nicht vorher besser informiert habe, wie Elefanten auf Menschen reagieren oder gehalten werden sollten, aber leider ist es jetzt so. Aber ich kann meine Erkenntnisse wenigstens teilen: Wenn man Elefanten beobachten will, dann am besten in einem Sancutary, das nicht nur so heißt, sondern auch eines ist. Das bedeutet, am besten keinen direkten Kontakt zu den Elefanten zu haben, weil das die Tiere in einen Stresszustand versetzt, und die Elefanten sollten so viel Platz wie möglich und ein Leben unter Artgenossen haben. Am besten ist es natürlich aber, wenn sie in freier Wildbahn leben können und mit ein bisschen Glück kann man sie auch da beobachten. 🐘

Während ich im Wald unterwegs war, ist auf der (internationalen) politischen Bühne viel passiert. Kambodscha und Thailand haben sich auf einen Waffenstillstand geeinigt, der am 27. Dezember um 12:00h in Kraft getreten ist (darüber hat sogar die tagesschau berichtet). Für mich kam das etwas überraschend, weil die Medienberichte der letzten Tage nicht so gewirkt haben, als sei ein Waffenstillstand in Sicht. Umso besser also, dass er jetzt geschlossen wurde!

US-Präsident Trump hat den Konflikt damit für beendet erklärt, allerdings ist er das für Kambodscha und Thailand noch lange nicht, da die eigentliche Konfliktursache, also der Grenzverlauf zwischen Kambodscha und Thailand, weiterhin umstritten ist. Mehr zu den Hintergründen des Konflikts gibt es in dem separaten Artikel dazu. Obwohl der normative Konflikt und die humanitäre Krise noch andauern, wird es international als Zeichen der Annäherung gesehen, dass Thailand 18 kambodschanische Soldat:innen, die seit den Gefechten im Juli in thailändischer Gefangenschaft waren, wieder freigelassen hat – wenn auch einen Tag später als im Waffenstillstand vereinbart. Dennoch bleibt die Lage weiterhin angespannt.

Mittwochs war Silvester. Da ich erst morgens von Mondulkiri zurückkam, hatte ich mir den Tag noch freigenommen. Den Nachmittag habe ich genutzt, um mich noch einmal an fried bananas zu probieren. Und diesmal hat es tatsächlich sehr gut geklappt. Natürlich gibt es noch Verbesserungspotenzial, aber die fried bananas können sich schon sehen lassen finde ich😊.


Zum Abendessen und Feiern zu Silvester hatte ich mich mit ein paar Freund:innen verabredet. Allerdings habe ich einen kleinen Kulturschock erlebt, als die anderen so gegen 22 Uhr gehen wollten😅.

Na ja, ich bin dann noch zu den anderen deutschen Freiwilligen in eine Skybar an der Riverside gegangen. Wann genau das neue Jahr angefangen hat, wussten wir allerdings nicht so genau, denn der Bildschirm war kaputt. Zur Erklärung: An der Riverside gibt es einen großen Bildschirm und kurz vor Mitternacht wurde dort ein Countdown angezeigt (zu diesem Zeitpunkt war dieser um ca. eine halbe Minute verschoben zu der Uhrzeit, die unsere Handys angezeigt haben😅). Als es noch so eineinhalb Minuten bis zwölf Uhr waren, ist der Countdown schließlich stehen geblieben und kurz danach war das gesamte Bild verzerrt. Offensichtlich wollte er noch nicht ins neue Jahr starten😂.

Aber auch ohne Countdown haben wir um 12 angestoßen und das neue Jahr begrüßt🎆. Normalerweise gibt es ein großes Feuerwerk, das von der Stadt organisiert wird. Wegen des Konflikts mit Thailand ist es aber dieses Jahr abgesagt worden und auch grundsätzlich war Feuerwerk in der ganzen Stadt verboten. Es ist aber auch nicht so wie in Deutschland, dass alle Menschen Raketen und Böller etc. in den Supermärkten kaufen könnten. Normalerweise gibt es das große Feuerwerk am Fluss und das war’s. Dieses Jahr gab es eine Lichtershow (ob die von offizieller Seite organisiert war, weiß ich nicht), das was sehr schön anzusehen - und es war total ruhig.

Auf der Rückfahrt von der Bar zu unserer Wohnung standen wir erstaunlicherweise fast nicht im Stau. Meine Freund:innen hatten mich schon vorgewarnt, dass man an Silvester grundsätzlich mindestens eine Stunde mehr einplanen sollte, zum Glück brauchten wir nicht ganz so lange🤞

Der erste Januar war – wie in Deutschland auch – Feiertag, und wir haben ihn ganz entspannt verbracht. Es hat sich ein bisschen komisch angefühlt, nach so langer Zeit dann am nächsten Tag wieder arbeiten zu müssen... Aber ich freue mich auf die Arbeit😊

Und noch eine kleine Ergänzung zu meinem „Kulturschock Silvester“: Ich habe mich nochmal mit ein paar Leuten unterhalten, weil ich echt verwundert war, dass die anderen an Silvester um 10 Uhr gegangen sind. Normalerweise wird das „Internationale Neujahr“, wie es hier im Gegensatz zum Khmer Neujahr genannt wird, in der Familie gefeiert – die Familie ist in der kambodschanischen Kultur grundsätzlich eine sehr wichtige Instanz. Dieses Jahr war aber einigen auch nicht nach Feiern zumute, deshalb haben einige meiner Freund:innen den Jahresanfang verschlafen oder waren einfach nur zu Hause. Ein anderer meinte auch, er wollte noch auf eine andere Silvesterparty, nachdem wir zu Abend gegessen hatten.

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