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Recap Woche 48: Youth and Peace Building Workshop

  • 13. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Einmal im Jahr organisiert das Museum den Youth and Peace Building Workshop - diese Woche war es wieder so weit. Der Workshop geht über sechs Tage (Montag bis Samstag) und verfolgt das Ziel, Studierenden unterschiedlicher Religionen einen Einblick in den jeweils anderen Glauben zu geben. Der Fokus liegt dabei auf der Bildung von gegenseitigem Verständnis und der Erhaltung von Frieden, daher auch der Name des Workshops.

Da der Workshop vom Tuol Sleng Museum durchgeführt wird, steht natürlich das gesamte Programm auch unter der Frage, inwieweit Erinnerungsarbeit zu Friedensbildung beiträgt bzw. beitragen kann und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Ergebnisse langfristig und nachhaltig sind.

Nach der Eröffnungsveranstaltung ging es montags mit ein paar Kennenlernübungen los. Danach haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wo die Unterschiede zwischen Meinungen und Fakten liegen und wie klein sie doch manchmal sind. Das beginnt schon bei bestimmten Formulierungen, die je nach Perspektive als Fakt angesehen werden oder eben nicht. Ein Beispiel: Als die vietnamesischen Truppen im Januar 1979 Kambodscha erobert haben, war das eine Befreiung oder die Errichtung einer Fremdherrschaft?

Am Dienstag haben wir einen Ausflug gemacht - oder besser gesagt, zwei. Morgens ging es für uns von Phnom Penh aus nach Choeung Ek, wo wir mit einer Führung etwas über die grausame Geschichte dieser Tötungsstätte gelernt haben. Ausführlichere Infos zu Choeung Ek habe ich in einem separaten Artikel schon beschrieben, deshalb gibt es an dieser Stelle nicht mehr dazu.

Nach dem Mittagessen im Museum sind wir am Nachmittag zum Win-Win-Memorial gefahren.

Das Win-Win-Memorial ist ein Denkmal zu Ehren der sogenannten Win-Win-Politik des ehemaligen Premierministers Hun Sen. Seine Politik nach der Kapitulation Khieu Samphans 1998 sah die finale Auflösung der Roten Khmer vor und garantierte den ehemaligen Parteikadern die Übernahme der bewaffneten Einheiten in die regulären Streitkräfte, persönliche Immunität sowie das Recht auf Leben und Beibehaltung des persönlichen Status. Mit dieser Politik sollte der Konflikt, der das Land jahrzehntelang gespalten hatte, endgültig beigelegt und die verschiedenen Konfliktparteien wie auch die gesamte Gesellschaft wieder vereint werden.

In Kambodscha wird die Win-Win-Politik als DER entscheidende Schritt zur finalen Auflösung der Roten Khmer gesehen und Hun Sen, der damalige Premierminister und heutige Vorsitzende der Regierungspartei "Cambodia People's Party" dementsprechend groß dafür gefeiert.

Aus meiner Sicht (die aber natürlich auch nur sehr beschränkt ist) wird Hun Sen als Person ein bisschen zu sehr für seine Politik von damals verehrt. In der Wissenschaft diskutiert wird auch die Frage nach der Gewichtung der Intervention von außen versus der inneren Anstrengungen im Prozess der Friedensbildung in Kambodscha. Also welche Rolle spielte die Win-Win-Politik tatsächlich in der Auflösung der Roten Khmer und wie sehr wurde ihre Wirksamkeit ggf. durch die internationale Beteiligung bspw. in den UN-gestützten Wahlen 1993 verstärkt oder beschränkt? Das sind Fragen, die ich nicht beantworten kann, aber es ist dennoch interessant, darüber nachzudenken und sich mit den verschiedenen Perspektiven zu beschäftigen.

Mittwochs haben wir verschiedene Vorträge gehört, in denen Vertreter:innen aus Christentum, Buddhismus und Islam über den Blick auf Frieden und die Verbreitung von Frieden als Auftrag an die Anhänger:innen der jeweiligen Religion gesprochen haben.

Von Donnerstag auf Freitag fand eine Fahrt nach Kampong Speu statt, bei der die anderen Teilnehmenden zuerst ein Gespräch mit einer Zeitzeugin geführt und am nächsten Tag M-13 besichtigt haben. Den Ausflug habe ich allerdings ausgelassen, weil ich ein bisschen krank war :/

Am letzten Workshoptag, samstags, haben wir uns morgens mit global citizenship und Peace education auseinandergesetzt. Am Nachmittag wurde der Workshop gebührend mit einer Abschlussveranstaltung beendet und danach haben wir alle gemeinsam Hotpot gegessen - sehr, sehr lecker!

Es war auf jeden Fall eine gelungene Woche, aus der ich einige neue Kontakte und eine tolle Gemeinschaft mitnehmen kann.



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