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Recap Woche 3: Urlaub in Battambang

  • 5. Okt. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Jan.

Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, sind wir diese Woche nach Battambang gefahren. Jetzt könnte man sich natürlich fragen: "Wieso Urlaub? Ihr arbeitet doch gerade mal eine Woche!" Das stimmt natürlich und wir mussten uns dafür auch keinen Urlaub nehmen, weil über Pchum Ben drei gesetzliche Feiertage sind. Zu Pchum Ben gibt es noch einen eigenen Artikel, aber es ist ein sehr hoher Feiertag in Kambodscha. Deshalb dachten wir uns, wir nutzen das verlängerte Wochenende. Wir waren uns einig, dass wir raus aus der Stadt wollen, weil uns hier ein bisschen die Grünflächen fehlen, deshalb fiel unsere Wahl auf Battambang. Zwar ist Battambang nach Phnom Penh und Siem Reap die drittgrößte Stadt Kambodschas, aber mit 150.000 Einwohnern schon deutlich kleiner als Phnom Penh mit 2,5 Millionen Einwohnern.

Samstagmorgens haben wir uns mit einem Reisebus auf den Weg gemacht. Das Besondere daran war, dass es kein "normaler" Reisebus war, sondern ein "sleeping bus". Bis wir morgens davor standen, wussten wir nicht so recht, was das bedeutet, aber es war eine schöne Überraschung: Der Bus hat keine Sitze, sondern Betten! Für die sechsstündige Busfahrt war das echt angenehm, weil wir so recht entspannt noch ein paar Stündchen schlafen konnten.

Nachdem wir in Battambang angekommen waren, haben wir zuerst unsere Zimmer bezogen und anschließend noch einen Abendspaziergang gemacht. Am nächsten Tag fuhren wir wieder ca. acht Kilometer aus der Stadt raus. Unser Plan: Mit dem Kajak auf dem Sangker die knapp acht Kilometer in die Stadt zurück rudern. Zum Glück ging die Strecke flussabwärts, auch so war es am Ende zugegebenermaßen ein bisschen anstrengend. Doch die Anstrengung mindert keinesfalls die beeindruckende Natur, die wir auf unserem Weg gesehen haben. Wir hatten viel Spaß dabei 😆.

Nichtsdestotrotz war ich froh, als wir nach den acht Kilometern am Ziel waren und vom Wasser wieder runter konnten. Da wir komplett durchnässt waren und es so langsam dunkel wurde, wurde es nämlich mit der Zeit ganz schön frisch. Außerdem zeichnete sich am Himmel ein aufziehendes Gewitter ab und bei Gewitter auf dem Wasser zu sein ist bekanntlich nicht so empfehlenswert...

Am nächsten Morgen war von dem Gewitter nichts mehr zu sehen. Wir hatten bei Dara, einem TukTuk-Fahrer und Tourguide, den wir am ersten Tag kennengelernt haben, eine Tagestour zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in und um Battambang gebucht. So fuhren wir morgens erst zu einer Pagoda und dann zum bamboo train. Das ist eine Zugstrecke, die - soweit ich weiß - unter der französischen Kolonialherrschaft gebaut wurde und seit 1993 als Touristenattraktion dient. Auf einer Sitzfläche aus Bambus, die über zwei Radsätzen angeordnet ist, sind wir also mit rund 30 km/h durch die Landschaft gefahren. Das Schöne dabei war, dass wir wirklich mitten durch die Natur gefahren sind und sie so sehr ungefiltert erleben konnten.

Der nächste Stopp auf unserer Tour mit Dara war Wat Banon, eine Tempelanlage aus dem elften Jahrhundert. Ich finde es sehr beeindruckend, dass die Tempel der angkorianischen Zeit so gut erhalten sind und teilweise noch genutzt werden. Nachdem wir die unzähligen Stufen wieder hinuntergelaufen waren, machten wir uns schon auf dem Weg zu unserem letzten Stopp des Tages: Phnom Sampov.

Phnom Sampov ist ein Berg, ca. 15 km entfernt von Battambang, der aus verschiedenen Gründen Berühmtheit erlangt hat. Er bietet eine wunderschöne Aussicht

auf die umliegende Landschaft und eine spannende Legende zu seiner Entstehung: Einst gab es einen Prinzen, Reach Thkol, im Königreich des heutigen Grenzgebietes zu Thailand. Mit 16 Jahren wurde er zu einem Einsiedler geschickt, um dort zu lernen. Dieser verbot Reach, den Wald hinter seiner Hütte zu betreten. Gerade dadurch fand er den Wald aber sehr anziehend und eines Tages, als der Eremit gegangen war, betrat er den Wald. Dort traf er eine wunderschöne junge Frau, Sovan Macha, mit ihrem Krokodil, Arthun. Von da an trafen sich die beiden regelmäßig, bis Reach seine Studien beendet hatte und zu seinen Eltern zurückkehren musste. Bevor er ging, versprach er Sovan, dass er zurückkäme, um sie zu heiraten. Allerdings hatten seine Eltern für ihn bereits eine andere Frau, die Prinzessin eines benachbarten Königreiches, ausgesucht. Sie hieß Rom Saysok, was so viel wie "wunderschönes, magisches Haar" bedeutet. Reach weigerte sich zunächst, sie zu heiraten. Darüber wurden seine Eltern sehr wütend und schließlich willigte er ein. Das wiederum machte Sovan wütend und sie schwor Rache. Als der Prinz und sein Gefolge ein Schiff betraten, um sich aufzumachen zur Heirat, befahl Sovan ihrem Krokodil, alle Menschen auf diesem Schiff zu töten. Die Menschen auf dem Schiff hatten große Angst und der Prinz schrie um Hilfe. Als Prinzessin Rom das hörte, beschloss sie, dem Prinzen zu helfen. Sie ließ ihr magisches Haar in das Meer herab. Es nahm das ganze Wasser auf, sodass das Meer austrocknete. Arthun starb, weil er nicht mehr von Wasser umgeben war und der Prinz war gerettet! Er wurde zu einem Berg, Phnom Kro Pue, ebenso wie das gestrandete Schiff des Bräutigams, zu Phnom Sampov (Schiffberg). Später tötete Reach Sovan und alle lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

Einer der Gründe, warum der Berg so berühmt ist, hat auch mit der Geschichte zu tun, allerdings mit der neueren: Die Roten Khmer nutzten die Pagoda, die auf dem Berg steht, als Gefängnis und die Berghöhlen zur Ermordung von Menschen. Insgesamt brachten sie hier ca. 10.000 Menschen um. Ihre Leichen wurden anschließend in eine Höhle geworfen und dort liegen gelassen, deshalb erhielt diese Höhle den Namen "killing cave".

Außerdem gibt es dort ein einzigartiges Naturschauspiel zu sehen. Jeden Abend, kurz vor Sonnenuntergang, schwärmen Millionen Fledermäuse aus ihrer Höhle, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Den scheinbar nicht abreißenden Strom an Fledermäusen kann man sich sehr lange anschauen. Effektiv fliegen die Fledermäuse in kleineren Gruppen die ganze Nacht lang aus der Höhle heraus und wieder hinein, bis morgens gegen vier Uhr wieder die Dämmerung einsetzt. Weil es schon dämmerte und wir noch eine nicht unerhebliche TukTuk-Fahrt zurück zu unserem Hostel vor uns hatten, sind wir nach einer Dreiviertelstunde gegangen.


Ich finde, die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn es ein recht langer Tag war (und sich einige einen leichten Sonnenbrand geholt haben). Wir konnten so aber eine Menge sehen und erleben, was wir alleine wahrscheinlich nicht geschafft hätten. Außerdem habe ich die Fahrten durch die Natur sehr genossen; es war schön, mal wieder etwas anderes zu sehen und die Natur zu genießen 😊

Den nächsten Tag wollten wir dafür etwas entspannter angehen. Morgens bin ich mit zwei Mitfreiwilligen zu Samroang Knong gelaufen, einem Kloster in Battambang. Wie fast überall in Kambodscha haben die Roten Khmer auch hier ihre blutigen Spuren hinterlassen: Zwischen 1975 und 1979 wurde es als Gefängnis und Tötungsstätte genutzt. Für die Roten Khmer ist es ziemlich typisch, dass sie Klöster oder Schulen für ihre Zwecke missbrauchten, weil sie dadurch ihre Macht demonstrieren wollten. Schließlich hatten sie Bildung und Religion abgeschafft... Insgesamt fanden hier 10.008 Menschen den Tod, auf unterschiedliche, brutale Art und Weise. Heute wird durch ein Stupa, einige Infotafeln und ein Flachrelief an die Opfer gedacht.

Auf dem Rückweg zum Hostel sind wir an einem Markt vorbeigekommen und haben uns ein paar Gebäckstücke als Mittagssnack besorgt. Sie waren wirklich köstlich!!!

Nachmittags habe ich mit ein paar anderen zusammen einen Spaziergang zu den französischen Kolonialgebäuden gemacht. Ich bin zwar nicht so tief in der Materie drin, allerdings muss ich gestehen, dass ich persönlich mir die Gebäude noch etwas französischer vorgestellt hatte. So oder so waren sie aber schön anzusehen. Heute ist dort das Rathaus und die Regionalverwaltung Battambangs untergebracht.

Damit ging unser letzter Urlaubstag schon zu Ende, denn mittwochs sind wir - wenn auch nicht ganz so komfortabel wie auf der Hinfahrt - wieder zurück gefahren, schließlich mussten die meisten von uns donnerstags wieder arbeiten.

Mir hat unser Kurztrip nach Battambang sehr gut gefallen, weil wir eine andere Seite Kambodschas entdecken und die malerische Natur genießen konnten.


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