Recap Woche 37: Der 20. Mai
- 28. Mai
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Bevor ich zur Zeremonie anlässlich des 20. Mai komme und was es mit diesem Tag auf sich hat, erzähle ich erst noch kurz von unserem Urlaub in Vietnam, denn der war nach Cat Ba (zum Glück) noch nicht vorbei 😊
Nach unserer Nacht auf Cat Ba ging es für uns schließlich zurück nach Hanoi. Dort haben wir uns zuerst das Frauenmuseum angeschaut. Es hat mich irgendwie überrascht, dass es ein Museum gibt, das der Rolle von Frauen in der Gesellschaft und in der Geschichte gewidmet ist. Ich fand es sehr interessant, gerade weil das familiäre Leben in verschiedenen vietnamesischen Minderheiten thematisiert wurde. Allerdings wurden die Frauen, gerade beim geschichtlichen Teil, teilweise heroisiert und irgendwie überpositiv dargestellt.

Samstags haben wir einen Tagesausflug nach Ninh Binh gemacht. Dort haben wir morgens die ehemalige Hauptstadt Vietnams, Hoa Lu, besucht. Nach dem Mittagessen haben wir eine Bootsfahrt durch die von Kalkstein geprägte Landschaft gemacht. Das war sehr beeindruckend. Irgendwann hat es angefangen zu regnen und später zu gewittern, das war nicht ganz so schön. Das tat der Schönheit der Landschaft aber nichts ab.
Zum Abschluss des Tages haben wir die Mua-Höhle besucht. Warum sie "Höhle" heißt, weiß ich nicht genau, denn es ist ein Berg, den wir über 500 Stufen erkommen haben😅. Von dort aus hatten wir eine echt spektakuläre Aussicht über die umliegenden Reisfelder und Berge. Das einzige, was nicht ganz so schön war, war der andauernde Regen. An sich wäre das auch kein Problem gewesen, schließlich war es trotz des Regens noch angenehm warm. Wirklich kühl wurde es erst auf der Rückfahrt nach Hanoi, weil im Bus die Klimaanlage lief🥶
Daher war ich doch ganz froh, als wir in Hanoi aus dem Bus gestiegen sind, denn draußen war es deutlich angenehmer. Nach einer schönen warmen Dusche haben wir dann in einem süßen Restaurant zu Abend gegessen, natürlich Suppe, um wieder warm zu werden😉

Anschließend haben wir die train street besucht. Das ist eine Straße in Hanoi, durch die ein Zug durchfährt. Und die Straße ist so schmal, dass neben dem Zug kein Verkehr durch diese Straße fahren kann und auch die Restaurants, die dort liegen, müssen ihre Tische immer zur Seite räumen, wenn der Zug kommt. An sich klingt das jetzt nicht so spannend und wirklich aufregend war es auch nicht, aber ich fand die Architektur in der Straße sehr schön, die ganzen Restaurants etc. Es ist also einen Besuch wert😊
An unserem letzten Tag haben wir etwas Besonderes gemacht: Ich hatte ja schon erzählt, dass Vietnam eine riesige Kaffeekultur hat und verschiedene Kaffeespezialitäten. Deshalb haben wir uns für einen Kaffee-Workshop angemeldet, bei dem wir gelernt haben, wie man Egg coffee, Salted coffee und Coconut coffee macht. Das war wirklich interessant, ich glaube sogar, eines meiner Highlights auf dieser Reise!

Nach dem Kaffee-Workshop haben wir uns das Ho Chi Minh-Mausoleum angeschaut. Es ist schon beeindruckend, wie sehr der "Onkel der Nation" hier verehrt wird. Danach sind wir noch kurz in den Tempel der Literatur gegangen, das ist die erste Universität des Landes, in der schon seit dem 11. Jahrhundert die Söhne der gesellschaftlichen Elite in der konfuzianischen Lehre unterrichtet wurden.
Zum Abschluss unserer Reise in Nordvietnam haben wir Flan gegessen, das ist so ähnlich wie Pudding, aber mit Karamellsauce obendrauf und ohne frische Milch, denn die wird in der vietnamesischen Küche nicht wirklich verwendet.
Danach habe ich mich auf den Weg zum Flughafen gemacht, um zurück nach Phnom Penh zu fliegen. Mit ein bisschen Verspätung kam ich dort dann auch an und war sehr froh, als ich wieder zu Hause war, denn es ist ganz schön spät geworden und ich musste am nächsten Tag wieder arbeiten 😅
Es war ein sehr schöner Urlaub, ich werde Vietnam auf jeden Fall ein bisschen vermissen...
Montags bin ich wie gesagt wieder arbeiten gegangen. Nachmittags hat es geschüttet, da dachte ich mir so: "Die Regenzeit fängt wieder an." Als es dienstags wieder geregnet hat, dachte ich mir: "Okay, die Regenzeit hat wirklich wieder angefangen 😂". Es ist auch absolut die Zeit dafür, also es ist gut, dass es jetzt wieder vermehrt regnet. Dennoch hat es mich an dieser Stelle ein bisschen überrascht, weil es vor meinem Urlaub noch fast gar nicht geregnet hat. Krass, wie schnell sich das ändern kann!

Der Mittwoch war schließlich ein besonderer Tag im Museum, denn der 20. Mai ist der nationale Gedenktag für die Opfer der Khmer-Rouge-Herrschaft. Erstmals begangen wurde der Tag im Jahr 1984, als die von Vietnam eingesetzte Regierung diesen Tag zum "Tag des Hasses" gegen die Khmer Rouge erklärte. Im Jahr 2018 wurde er auf Anfrage des Khmer Rouge-Tribunals in "Nationaler Gedenktag" umbenannt. Die erste offizielle Gedenkzeremonie fand im Tuol Sleng Museum statt, inzwischen wird die offizielle Gedenkveranstaltung in Choeung Ek (der größten Tötungsstätte der Khmer Rouge) abgehalten. So war es auch dieses Jahr. Nichtsdestotrotz haben wir auch in Tuol Sleng eine Gedenkzeremonie organisiert.
Morgens fand eine buddhistische Zeremonie statt, bei der wir der Opfer von S-21 und aus dem gesamten Land gedacht haben.
Nachmittags hat es schließlich wieder geregnet (Regenzeit lässt grüßen 😂) und abends gab es noch eine kleinere, museumsinterne Zeremonie (zum Glück ohne Regen). Dafür haben wir auf dem Gedenkstupa viele Teelichter und ein Mönch hat eine kurze Meditation angeleitet.


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