Khieu Samphan - das Staatsoberhaupt
- 8. Juni
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frühes Leben und Studium in Frankreich
Khieu Samphan, auch bekannt als Kamerad Hem, wurde 1931 in der Provinz Svay Rieng geboren. Im Jahr 1951 beendete er seine Schullaufbahn am Preah Sihanouk Gymnasium, das er mit Saloth Sar zusammen besuchte und arbeitete fortan als Lehrer.
Noch im selben Jahr fing Khieu Samphan ein Jurastudium in Phnom Penh an, das er dank eines Stipendiums in Paris fortführen konnte. Dort war er ein aktives Mitglied des Pariser Zirkels und lernte unter anderem Ieng Sary, Ieng Thirith und Son Sen kennen.
Im Jahr 1955 trat Khieu Samphan der Kommunistischen Partei Frankreichs bei. Ein Jahr später begann er seine Doktorarbeit in Wirtschaftswissenschaften in Paris, daneben wurde er Vorsitzender der Khmer Studierendenvereinigung und er leitete den Pariser Zirkel, nachdem Ieng Sary nach Kambodscha zurückgekehrt war. Seine Doktorarbeit mit dem Titel „Die Wirtschaft Kambodschas und die Probleme seiner Industrialisierung“ schloss Khieu Samphan im Jahr 1959 ab - schon dort äußerte er einige Ideen, die für die Roten Khmer später relevant wurden.
Rückkehr nach Kambodscha
Nach Abschluss seiner Doktorarbeit kehrte Khieu Samphan 1959 zurück nach Kambodscha und gründete dort die französisch-sprachige Zeitung "L'Observateur". 1960 wurde die Zeitung - ebenso wie andere linke Zeitungen in dieser Zeit - verboten und Khieu Samphan als Urheber verhaftet und inhaftiert.
Nur zwei Jahre später wurde Khieu Samphan für Prinz Sihanouks Partei Sangkum Reastr Niyum in die Nationalversammlung gewählt und Prinz Sihanouk ernannte ihn zum Wirtschaftsminister. Im darauffolgenden März 1963 verlor er seinen Ministerposten, saß aber weiterhin in der Nationalversammlung, in die er 1966 für eine zweite Amtszeit erneut gewählt wurde.
Dieses Mandat konnte er allerdings nicht lange ausführen, da er beschuldigt wurde, einen Aufstand geplant und realisiert zu haben, weshalb Khieu Samphan im April 1967 in den Dschungel floh. Zwei Jahre später wurde Khieu Samphan offiziell in die Kommunistische Partei eingeweiht. Er verbrachte sehr viel Zeit mit Ta Mok, zu dieser Zeit der Beauftragte für die Südwestzone, in dessen Hauptquartier in Kampong Speu.
Bürgerkriegszeit
Nach dem Putsch durch Lon Nol in April 1970 gründeten die Roten Khmer zunächst die Nationale Vereinte Front Kampucheas (FUNK) und kurz darauf etablierten sie eine Exilregierung in Kooperation mit Prinz Sihanouk (Abk. GRUNK). Khieu Samphan wurde im Mai 1970 stellvertretender Vorsitzender der FUNK sowie stellvertretender Premierminister und Verteidigungsminister der GRUNK.
In dieser Position leitete er von März 1973 bis Mai 1974 verschiedene Delegationen der FUNK und der GRUNK nach Nordvietnam, China, Nordkorea, Albanien, Jugoslawien, Rumänien, Algerien, Mauretanien, Kamerun, Ägypten und Syrien. Ebenso empfing er im Dezember 1974 eine offizielle Delegation aus Südvietnam.
Position im Demokratischen Kampuchea
Khieu Samphan kam im April 1975 nach Tang Poun (Provinz Kampong Chhnang), um der Offensive der Khmer Rouge auf Phnom Penh beizuwohnen. Nach deren Machtübernahme am 17. April behielt er seine Ämter als stellvertretender Premierminister und Verteidigungsminister.
Ein Jahr später wurde Khieu Samphan auf dem vierten Parteikongress zu einem vollständigen Mitglied der Kommunistischen Partei. Im selben Jahr repräsentierte er Kambodscha auf einem Gipfel der blockfreien Staaten in Sri Lanka. Außerdem wurde er nach dem Rücktritt von Prinz Sihanouk im April 1976 zum Präsidenten des Staatspräsidiums ernannt und war damit das offizielle Staatsoberhaupt im Demokratischen Kampuchea.
Im Januar 1979 floh Khieu Samphan vor der vietnamesischen Armee, in der Provinz Pursat traf er auf Pol Pot, Nuon Chea und Ieng Sary, mit denen er in den folgenden Jahrzehnten zusammen lebte. Gemeinsam mit Nuon Chea lief Khieu Samphan im Jahr 1998 nach dem Tod Pol Pots zur königlichen Regierung über.
Verurteilung
Durch das UN-gestützte Tribunal wurde er am 19. November 2007 inhaftiert, die Anklageerhebung durch das Gericht erfolgte am 15. September 2010. Das Gericht warf Khieu Samphan vor, die Politik der Kommunistischen Partei entwickelt und realisiert zu haben, was zu einer Massenhungersnot führte. Außerdem habe er von den Säuberungen und unmenschlichen Lebensbedingungen, darunter Nahrungsmangel und fehlende medizinische Versorgung, gewusst und nicht eingegriffen - obwohl er durch seine Position die Macht dazu gehabt hätte. Daneben habe Khieu Samphan zu den Verbrechen in den Kooperativen, Arbeitsstätten und Gefängnissen beigetragen sowie die Politik der Kommunistischen Partei aktiv unterstützt (u.a. durch seine Macht im Staat. Im Fall 002/01 wurde Khieu Samphan am siebten August 2014 zu lebenslanger Haft verurteilt. Khieu Samphan legte Berufung ein. Seine Begründung dafür war, dass der Prozess unfair sei, denn die Ermittlungen stützten sich auf Gerüchte und nicht auf Zeugenaussagen, weshalb sein Einfluss im Demokratischen Kampuchea überschätzt worden sei. Das Urteil wurde durch die Supreme Court Chamber am 23. November 2016 bestätigt.
Daneben war Khieu Samphan in Fall 002/02 angeklagt wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, schweren Verstoßes gegen die Genfer Konventionen von 1949 (Kriegsverbrechen) und Genozid an der vietnamesischen Minderheit. Auch in diesem Fall wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt, am 16. November 2018. Dieses Urteil wurde in einem Berufungsverfahren am 22. September 2022 von der Supreme Court Chamber bestätigt.
Quellen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Khieu_Samphan (02.06.2026)
Titelbild: Portrait von Khieu Samphan, https://tse1.mm.bing.net/th/id/OIP.V2LgLTC3M5gc8iL220weqwAAAA?r=0&pid=Api (02.06.2026)



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