Nuon Chea
- 16. Juni
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Nuon Chea war auch bekannt als Runglert Laodi oder Lao Kim Lorn, sein Spitzname war Khnouch.
frühes Leben und Studium
Nuon Chea wurde am siebten Juli 1926 in der Provinz Battambang geboren. Im Jahr 1942 besuchte er ein Gymnasium in Bangkok und wohnte währenddessen in der Benjamabopit Pagode. Zwei Jahre später begann er sein Jurastudium an der Thammasat Universität in Bangkok.
Dort trat er 1950 der Kommunistischen Partei Thailands bei.
Rückkehr nach Kambodscha
Nuon Chea kehrte 1950 nach Kambodscha zurück, seine Parteimitgliedschaft wurde infolgedessen auf die Kommunistische Partei Indochinas übertragen. Im Kampf gegen die französische Kolonialherrschaft war Nuon Chea ein aktives Mitglied der Khmer Issarak (eine breite, kommunistisch angeführte Bewegung, die für die kambodschanische Unhabhängigkeit kämpfte).
Von 1951 bis 1954 besuchte Nuon Chea einen politischen Trainingskurs in Hanoi. Nach seiner Rückkehr 1954 lernte er Saloth Sar kennen und arbeitete als Assistent für Tou Samouth, den Anführer der damals noch nicht so genannten Kommunistischen Partei Kambodschas.
Beim Parteikongress der Arbeiterpartei Kampuchea (später Kommunistische Partei) 1960 wurde Nuon Chea zum stellvertretenden Parteisekretär gewählt und er lernte Ieng Sary kennen. Nuon Chea lebte anschließend in Phnom Penh und blieb auch dort, als andere hochrangige Parteikader 1963 vor der Unterdrückung Sihanouks an die vietnamesische Grenze flohen.
Rolle im Demokratischen Kampuchea
Nuon Chea war während der Zeit des Demokratischen Kampuchea der Vorsitzende der Volksversammlung sowie der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses. Nach der Einführung der neuen Verfassung wurde er am 30. März 1976 zu beiden Positionen ernannt. Von September 1976 bis September 1977 war Nuon Chea zusätzlich regierender Premierminister des Demokratischen Kampuchea und ab Ende 1977 offizieller stellvertretender Vorsitzender des Zentralkomitees.
Mit seinen Positionen hatte Nuon Chea eine Schlüsselrolle in Sicherheitsfragen inne. Er stand an zweiter Stelle in der Partei und war verantwortlich für die Umsetzung der Maßnahmen, die vom Ständigen Ausschuss beschlossen wurden.
Im Januar 1979 floh Nuon Chea vor der vietnamesischen Armee in die Provinz Pursat, wo er u.a. mit Pol Pot und Ieng Sary in den folgenden Jahrzehnten lebte. Im Dezember 1979 wurde Nuon Chea einstimmig als Vorsitzender der Volksversammlung bestätigt. Daraufhin hatte er den Vorsitz einer Delegation nach Peking anlässlich der asiatischen Parlamentarischen Konferenz im Jahr 1981 inne.
Gemeinsam mit Khieu Samphan lief Nuon Chea nach dem Tod Pol Pots 1998 zur königlichen Regierung über.
Verurteilung
Nuon Chea wurde am 19. September 2007 durch das UN-gestützte Khmer-Rouge-Tribunal verhaftet und inhaftiert. Am 15. September 2010 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Gericht verurteilte ihm am siebten August 2014 zu lebenslanger Haft, am 23. November 2016 wurde das Urteil nach einer Berufung bestätigt (Fall 002/01).
Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft plante und realisierte Nuon Chea die Verbrechen der Khmer Rouge, außerdem ordnete er "Säuberungen" und die Ermordung von "Feinden der Revolution" an und er trug zu den Massenevakuierungen aus Phnom Penh und weiteren Städten im April 1975 sowie zu weiteren Verbrechen in den Kooperativen, Arbeitscamps und Gefängnissen bei.
In einem zweiten Verfahren (Fall 002/02) wurde Nuon Chea erneut verurteilt, wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, schweren Verstoßes gegen die Genfer Konventionen von 1949 (Kriegsverbrechen) und Völkermords an der muslimischen und vietnamesischen Minderheit in Kambodscha. Auch hier legte Nuon Chea Berufung ein. Das Berufungsverfahren wurde ohne finale Entscheidung beendet, da Nuon Chea vor dem Ende des Prozesses, am vierten August 2019, eines natürlichen Todes starb.
Quellen:
Titelbild: Portrait von Nuon Chea, https://tse4.mm.bing.net/th/id/OIP._69n6H7HSoympX4ZyDf0DgAAAA?pid=Api (02.06.2026)



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