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Recap Woche 30: Kino

  • 17. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Von Mittwoch bis Sonntag fand diese Woche das 15. Cambodia International Film Festival (CIFF) statt. Innerhalb der fünf Tage wurden mehr als 150 Filme aus über 40 verschiedenen Ländern gezeigt. Von kambodschanischen Klassikern über (internationale) Kinder-/Familienfilme und Newcomer-Produktionen bis hin zu Dokumentationen über Natur und Geschichte Kambodschas war alles dabei. Die Filme wurden an elf verschiedenen Orten aufgeführt - kostenfrei.

Diese Gelegenheit habe ich genutzt, um mir freitags den Film "Meeting with Pol Pot" (bzw. im Original "Rendez-vous avec Pol Pot") anzuschauen. Er thematisiert eine Forschungsreise der amerikanischen Journalistin Elizabeth Becker, die auf Einladung der Khmer Rouge-Führungsriege 1978 nach Kambodscha reiste, um "Bruder Nummer Eins", aka Pol Pot, zu interviewen und über die Situation im Demokratischen Kampuchea zu schreiben. Begleitet wurde sie von zwei Kollegen, die den Aufenthalt - zumindest im Film - nicht überlebt haben, da sie von den Khmer Rouge getötet wurden.

Der Film basiert auf Beckers Buch "When the War Was Over", in dem sie ihre Erlebnisse und Eindrücke ebendieser Studienreise beschreibt. Verfilmt wurde die Geschichte 2024 von Rithy Panh auf Französisch. Im gleichen Jahr erfolgte die Uraufführung des Films auf dem Filmfestival von Cannes.

Von Cannes zurück nach Phnom Penh, hier wurde der Film an der Royal University of Phnom Penh gezeigt - auf Französisch mit Khmer-Untertiteln. Ich fand es schön zu sehen, dass so viele Menschen da waren, um sich den Film anzuschauen und für mich war es auch interessant, eine der Unis zu besuchen - auch wenn ich nur einen kleinen Teil gesehen habe, weil der Film Open Air auf dem Basketballfeld gezeigt wurde 🙂

Für den Samstagabend hatte ich mich mit B Salina verabredet, um einen Film am französischen Institut zu schauen. Der Film, der dort gezeigt wurde, zählt zu den kambodschanischen Klassikern aus den 1970er Jahren. Die Regisseurin Uong Kan Thouk gilt als eine Pionierin des "Goldenen Zeitalters" des kambodschanischen Films, den 1970er Jahren. Bereits mit 23 Jahren leitete sie das Filmstudio der Familie und modernisierte es. Ihre Filme sind vor allem für ihren Realismus und emotionale Tiefe bekannt. Daneben hatten die weiblichen Charaktere in ihren Filmen stets komplexe Geschichten, Gedanken und Gefühle abseits von Stereotypen und Aussehen - was in diesem Zeitalter keine Selbstverständlichkeit war. Letztes Jahr im Sommer ist die Ausnahmeregisseurin in Frankreich gestorben. Im Gedenken an sie erhielten ihre Filme beim diesjährigen CIFF einen Ehrenplatz.

Sonntags habe ich mir zum Frühstück eine Smoothie-Bowl gemacht (das war meine erste Self-made-Smoothie-Bowl!). So kompliziert sind Smoothie-Bowls gar nicht, bisher kam ich trotzdem noch nicht dazu, selbst eine zu machen.... Und ich werde es ab jetzt öfter machen, denn Smoothie-Bowls sind sooooo lecker!!! Zum Glück werde ich darauf nicht verzichten müssen, wenn ich zurück in Deutschland bin, denn eine Smoothie-Bowl funktioniert genauso gut mit Früchten aus Deutschland anstelle von Mango, Drachenfrucht und co. wie hier 😊

Nachmittags habe ich mit zwei Mitfreiwilligen den Film Kangaroo angeschaut. Er spielt in Australien und handelt von einem Journalisten, der durch einen Shitstorm in den sozialen Medien diskreditiert wurde und dann - anfangs ungewollt - eine Auffangstation für Kängurus aufbaut. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit.

Unabhängig von dem jeweiligen Film, der gezeigt wurde, möchte ich noch eine andere Sache erwähnen. Vor jedem Film wurde die Nationalhymne gespielt. Für Menschen aus den meisten Ländern wäre das wahrscheinlich nicht so eine große Sache, aber ich finde das total ungewohnt. Und wenn ich mir überlege, wie es wäre, wenn ich in Deutschland im Kino bin und dann erstmal die Nationalhymne gespielt wird, ist das eine sehr bizarre Vorstellung😅. Wenn man das historische Erbe der Deutschen betrachtet, ergibt es natürlich Sinn, dass der Nationalstolz in Deutschland nicht so hochgehalten wird. Ich finde es aber immer wieder beeindruckend, wie positiv das Thema Nationalstolz und Patriotismus in vielen anderen Ländern besetzt ist und wie viel Positives es - zumindest im Gefühl der Menschen - bewirken kann.

Montags ging es dann mit der Arbeit weiter. Da haben mein Kollege und ich uns die Texte für die Ausstellungstafeln aufgeteilt, also wer was schreibt. Es gibt auch noch ein paar Dinge, die wir fertig recherchieren müssen, aber im Allgemeinen ist unsere Recherchephase jetzt abgeschlossen. Zur Zeit haben meine Kolleg:innen parallel zu der Ausstellung noch eine andere Aufgabe, denn unser Team organisiert die Zeremonie und das Programm für den Gedenktag am 20. Mai (das ist der nationale Gedenktag für die Opfer der Khmer Rouge). Mich betrifft die Organisation und Planung nicht so sehr, weil ich durch meine geringen Khmer-Kenntnisse nicht viel beisteuern kann. Deshalb fokussiere ich mich auf unsere Ausstellung, damit wir da mit den Texten vorankommen :). Mehr zum 20. Mai und was das Museum zu diesem Anlass macht, schreibe ich zu gegebener Zeit 😉

Das war's erstmal, aber nächste Woche geht es spannend weiter :-)

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