top of page

Recap Woche 32: Khmer New Year 2.0

  • 23. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit

Auf der Arbeit hatten wir ja schon eine Zeremonie zu Khmer New Year (KNY), am Wochenende hat das Neujahrsfest aber erst so richtig angefangen - auch wenn die offiziellen Feiertage erst am Dienstag begonnen haben. Eine Person hat es als "Khmer New Year season" bezeichnet und rückblickend kann ich nur zustimmen, denn das buddhistische Neujahrsfest ist nicht ein Tag; es ist DER Feiertag in Kambodscha, das wohl größte Fest im Jahresverlauf. Kommen wir nun also dazu, was in Phnom Penh los war, das war nämlich dieses Jahr eine ganze Menge :)


Das hier ist eine Karte mit allen Aktivitäten und Veranstaltungen, die die "Union Youth Federations of Cambodia" (UYFC) organisiert haben. Daneben gab es noch zahlreiche Veranstaltungen von privaten Akteuren, aber das hier waren die "offiziellen" Programmpunkte. Genaueres dazu, was meine Mitfreiwilligen und ich gesehen haben, steht weiter unten, diese Karte soll erstmal einen Überblick geben 😊

Auf Facebook - der Hauptinformationsquelle für jegliche Veranstaltungen - hatte ich gesehen, dass es einen Running Club gibt, der Samstagabend eine kleine gemeinsame Joggingrunde und anschließend gemeinsame traditionelle Spiele und Musik geplant hat, sozusagen als "Auftakt" von KNY.

Nach dem Ende der Veranstaltung dort bin ich mit ein paar Leuten, die ich dort kennengelernt habe, nach Tuol Tumpoung (TTP) gefahren, weil dort sehr viel gefeiert wurde. Das blieb auch die gesamte Woche so. Die Art zu feiern war allerdings (wenig überraschenderweise) ganz anders als in Deutschland. Erstmal waren die Straßen rund um den Russian Market abgesperrt - ein paar wenige Mopeds fuhren trotzdem noch, aber die haben nicht gestört.

Auf den Straßen wurde dann zusammen getanzt, gefeiert und das neue Jahr begrüßt. Dazu gibt es zwei Traditionen: Zum einen waren die Straßen eine riesige Wasserschlacht - also wirklich, es war schliechtweg nicht möglich, nicht nass zu werden😂. Und das zweite ist Farbpulver. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen bizarr, aber es ist eine Tradition, dass man sich gegenseitig weißes und farbiges Babypuder ins Gesicht schmiert und sich damit ein neues Jahr wünscht. Ich fand es total schön, dass einfach alle zusammen auf der Straße gefeiert haben. Viele Geschäfte hatten auch kleine Bühnen bzw. riesige Musikboxen organisiert, sodass überall Musik lief und ausgelassen getanzt wurde. Die Atmosphäre ist total schwer in Worte zu fassen, aber es war echt schön🎉

Auf Facebook hatte ich auch gelesen, dass der alte Flughafen Phnom Penhs, der in den 1950er Jahren gebaut wurde, in der Woche von Khmer New Year für den Besuchsbetrieb geöffnet ist. Das Gelände steht seit der Eröffnung des neuen Flughafens im September leer. Da ich im September noch an dem alten Flughafen angekommen bin, dachte ich mir, ist es ganz interessant, dort nochmal hinzugehen und mir den Flughafen in Ruhe anzuschauen.

Letztlich war es nicht ganz so spektakulär, weil die Gebäude verschlossen blieben und man nur auf dem Rollfeld spazieren gehen konnte. Aber das war auch ganz schön (wenngleich ziemlich heiß🥵). In Zukunft soll der Flughafen zu einem Park umgestaltet werden, ich bin schon sehr gespannt, wie er am Ende aussehen wird. Das werde ich aber wahrscheinlich nicht mehr mitbekommen, weil es soweit ich weiß noch keine konkreten Pläne gibt und der Planungs- und Umbauprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird (auf jeden Fall mehr als 4,5 Monate😅). Ich kann mir das Gelände auf jeden Fall sehr gut als Park und sozialen Treffpunkt vorstellen, weil es zwar mitten in der Stadt liegt, aber dennoch irgendwie abgeschottet ist und Ruhe und Entspannung ermöglicht.

Da die offiziellen Feiertage nur von Dienstag bis Donnerstag sind und ich über Khmer New Year in Phnom Penh geblieben bin, musste ich am Montag zur Arbeit. Da war es aber recht entspannt, weil fast niemand da war 😂. Ein bisschen so, als würde man in Deutschland an Weihnachten arbeiten. Gleiches war am Freitag, deshalb hatte ich mit meinem Kollegen geklärt, dass ich an diesem Tag zu Hause bleiben und von dort aus arbeiten kann. Zum Glück geht das bei meinen Tätigkeiten ja ohne Probleme 😊

Montagabends ging es mir dann allerdings nicht so gut, ich bin krank geworden... Das hat sich leider auch bis zum Ende der Woche hingezogen. Auch wenn ich noch nicht zu 100% wieder fit war, bin ich ab Mittwoch für einige Aktivitäten mit nach draußen gegangen, schließlich hatte ich absolut keine Lust darauf, die gesamten Feiertage krank im Bett zu verbringen. Ich fand es echt blöd, gerade an Khmer New Year krank zu werden, weil ich die Feiertage dadurch auch nicht so sehr genießen konnte. Aber egal, daran kann man nichts ändern und Gesundheit geht vor.

Wofür die einzelnen Tage bei KNY stehen, steht im Artikel zur Bedeutung und den Traditionen von KNY, hier erzähle ich nur, was meine Mitfreiwilligen und ich gemacht bzw. mitbekommen haben.

Mittwochmorgens bin ich mit einer Mitfreiwilligen zu Wat Phnom (einer großen Pagode) gefahren, denn da hat eine Mönchssegnungszeremonie stattgefunden, abends waren wir auf der Walk Street an der Riverside. Dort hat eine Parade stattgefunden, die wir uns anschauen wollten. Sie war deutlich kürzer, als ich erwartet hatte, aber sehr schön.

Was ich an diesem Abend gemerkt habe:

Auch wenn man nicht feiern will, hat man keine andere Möglichkeit, als mitzufeiern. Ich bin von der Walk Street aus ein Stückchen gelaufen, in der Hoffnung, von dort aus ein Tuktuk nach Hause zu bekommmen. Allerdings waren die Straßen rund um Wat Phnom, den Royal Palace und die Riverside so voll mit Menschen, dass dort keine Fahrzeuge hingekommen sind. Deshalb bin ich dann erst ein ganzes Stück bis zum Independence Monument gelaufen, weil dort weniger los war und ich mir endlich ein Moped für den Rückweg bestellen konnte. Auf dem Weg habe ich natürlich auch eine ganze Menge Wasser und Babypuder abbekommen, wie es sich für Khmer New Year gehört😊

Donnerstagabends waren wir nochmal auf der Walk Street und im cultural village. Das cultural village ist ein Festivalgelände, das anlässlich von KNY aufgebaut wurde. Dort gab es verschiedene Aufführungen zu sehen, Essen und Handwerksarbeiten zu kaufen und noch einiges mehr. Es war echt schön dekoriert und die Tanz- und Martial-Arts-Aufführungen echt beeindruckend anzusehen. Der Donnerstag war leider schon wieder der letzte der drei offiziellen Feiertage, die - meiner Meinung nach - viel zu schnell vorbei gegangen sind.

Damit endet auch dieses Wochenrecap, KNY geht aber noch weiter, denn wie schon erwähnt ist Neujahr hier nicht nur ein Tag, sondern eine Jahreszeit😉



Kommentare


bottom of page