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Recap Woche 35: Siem Reap

  • 18. Mai
  • 3 Min. Lesezeit

Wie im letzten Wochen-Recap schon angekündigt, war ich dieses Wochenende unterwegs. Und zwar in Siem Reap. Jetzt könnte man sich natürlich fragen: Siem Reap? Da warst du doch schonmal mit deiner Schwester, gibt es da noch so viel zu sehen? Die Antwort ist ja und nein. Auch wenn es die zweitgrößte Stadt Kambodschas ist, ist Siem Reap relativ klein (wor allem im Vergleich mit anderen internationalen Großstädten). Aber es gibt trotzdem total viel zu sehen, vor allem die vielen Tempelanlagen rund um Angkor Wat. Außerdem finde ich, muss man sich manchmal vielleicht auch gar nicht unbedingt so viel anschauen und die Zeit verplanen. Ich habe es auf jeden Fall sehr genossen, mal ein bisschen auszuspannen und die schöne Stadt zu genießen - denn von der Stadtarchitektur finde ich Siem Reap deutlich schöner als Phnom Penh 😊

Als ich freitagmorgens in Siem Reap angekommen bin, habe ich mich auf den Weg gemacht zu Angkor Wat, um dort auf der Wiese zu liegen und ein bisschen zu relaxen.

Für den Samstag wollte ich eine Fahrradtour zu machen, denn ich wollte eine Cashew-Farm in der Nähe von Siem Reap besuchen. Die Fahrradtour habe ich auch gemacht, allerdings hatte die Cashew-Farm leider geschlossen, was weder auf Google Maps, noch auf dem Facebook-Account angekündigt war... Auch wenn ich es sehr schade finde, dass das mit der Cashew-Farm nicht geklappt hat, war es ein lohnenswerter Ausflug, denn es war echt schön, durch die Landschaft zu fahren und die frische Luft zu genießen (die es in Phnom Penh nicht allzu häufig gibt😅).

Zwar konnte ich nichts über die Cashew-Produktion lernen, dafür bin ich an einer Weberei vorbeigekommen, die Seide herstellt und konnte mir dort die Produktion anschauen. Das war sehr interessant, weil ich mich noch nie mit der Seidenproduktion beschäftigt habe.

Abends war ich auf der Pub-Street und habe eine hervorragende (und erstaunlich günstige) Pizza gegessen😋.


Sonntags bin ich ein bisschen durch die Stadt geschlendert und habe die Statue von HERORat Magawa besucht. Bei meinem letzten Besuch in Siem Reap habe ich schon davon erzählt, was es mit Apopo und den Ratten in der Minensuche auf sich hat. Eine der Ratten von Apopo war sehr erfolgreich, wurde für ihre Arbeit ausgezeichnet und jetzt mit einer ca. zwei Meter großen Statue am Flussufer gewürdigt. Die Statue wurde erst Anfang April eingeweiht, anlässlich des Welttages zur Aufmerksamkeit der Folgen von Landminen.

Montags bin ich wieder arbeiten gegangen. Inzwischen sind wir mit den Texten relativ fertig, es fehlen nur noch einzelne Teile und wir müssen sie noch Korrekturlesen. Und B Rath, der Designer des Museums, hat schon einen Plan für die Panels entworfen, ich bin schon soooooo gespannt, wie die Ausstellung letztlich in der Realität aussieht🤩.

Bis dahin dauert es aber noch. Neben den Texten gibt es nämlich noch etwas anderes, das uns ein bisschen zu schaffen macht: Wir würden gerne an einer Wand eine Fotogalerie zu machen, um den Returnees zu gedenken, die in S-21 ermordet wurden. Allerdings gestaltet sich das schwieriger als gedacht.

Bei der Ankunft von Häftlingen in S-21 erstellten die Khmer Rouge zu allen eine Biografie, die auch mit einem Foto versehen wurde. Neben der Tatsache, dass einige dieser Biografien verschwunden oder vernichtet worden sind, sind im Laufe der Zeit sehr viele der Fotos von den Biografien getrennt worden. Deshalb gibt es im Archiv viele Fotos, von denen wir nicht wissen, wie die Person heißt und gleichzeitig gibt es viele Personen, von denen wir nicht wissen, wie sie aussehen. Dadurch, dass es insgesamt so unglaublich viele Fotos sind, ist es für uns eigentlich unmöglich, die Fotos den Namen zuzuordnen, weil es auf dem Foto keinerlei Anhaltspunkte für die Identität der abgebildeten Person gibt. Das ist echt schade und wir müssen jetzt schauen, ob wir es mit Hilfe anderer Quellen doch irgendwie schaffen, einige der Fotos den Personen zuzuordnen.

Das bleibt allerdings eine Mammutaufgabe und ob wir das schaffen, weiß ich nicht. Es wäre auf jeden Fall ein großer Erfolg für das Archiv und die Erforschung der Opfer von S-21. Vielleicht bleibt es aber auch eines der vielen Dinge in der Menschheitsgeschichte, die für immer ungeklärt bleiben, wer weiß...

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