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Recap Woche 46: Die Jubiläumsausstellung

  • 2. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Aug.

Nach der großen Eröffnung der Jubiläumsausstellung zum 11. Juli war die letzte Woche eher ruhig. Die Jubiläumsausstellung wird noch eine Zeit lang im Innenhof zu sehen sein, deshalb müssen wir immer abwechselnd dort Aufsicht führen (vor allem wegen der Gemälde und Objekte, die nicht so gut gesichert werden können wie in der Dauerausstellung). Deshalb habe ich diese Woche auch den Samstag im Museum verbracht.

Da ich finde, dass sie echt schön geworden ist, schreibe ich jetzt mal ein bisschen mehr über diese Jubiläumsausstellung. Wie schon im letzten Artikel erwähnt, befasst sie sich vor allem mit dem Erinnern selbst.

Als Tuol Sleng letztes Jahr in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde, wurde nicht nur Tuol Sleng zum Weltkulturerbe, sondern auch Choeung Ek, eine zu S-21 gehörige Tötungsstätte, und das ehemalige M-13, ein Foltergefängnis aus der Zeit des Bürgerkriegs vor 1975 und "Prototyp" von S-21. Unter dem Namen "Cambodian Memorial Sites: From Centres of Repression to Places of Peace and Reflection" haben sie einen gemeinsamen Eintrag in die UNESCO-Weltkulturerbeliste erhalten.

Das riesige Ausstellungszelt besteht aus drei Abschnitten, was auf dem Foto denke ich ganz gut erkennbar ist. Inhaltlich gibt es aber mehr Themenbereiche. Hinter dem Eingang auf der linken Seite sind zunächst 3D-Modelle von Choeung Ek und M-13 zu sehen. Die Modelle haben meine Kolleg:innen extra für diese Ausstellung gebaut, das war eine Menge Arbeit! Dahinter ist ein Zeitstrahl, der die verschiedenen Etappen der Erinnerungsarbeit und Entwicklung der Gedenkstätten dokumentiert. An den Zeitstrahl schließt sich ein Abschnitt über das Archiv und seine Arbeit sowie das Konservierungsteam und die Objekte, die an den drei ehemaligen Repressionsorten aufbewahrt werden, an.

Geht man um die Ecke, werden die Geschichten von einigen Zeitzeug:innen vorgestellt, die im Rahmen der Erforschung der drei Repressionsstätten der Roten Khmer interviewt wurden. Dahinter erfährt man etwas über die Aktivitäten des Education teams. Diese beinhalten Workshops für Schulklassen und Lehrende sowie Programme für Studierende. letzten Teil auf dieser Seite stellt der Lesesaal einige Publikationen, u.a. des Museums, aus.

Als letzter inhaltlicher Abschnitt werden Gemälde ausgestellt. Es sind zwei Gruppen von Gemälden: zum einen die von Ngeth Sim (einem Überlebenden der Roten Khmer), zum anderen Gemälde von Kunststudent:innen, die im Rahmen eines Workshops angefertigt wurden. Ich finde sie alle sehr beeindruckend! Mit ein paar Informationen über das Museum heute, die Einschreibung als UNESCO-Weltkulturerbe und Kooperationen zu anderen Organisationen, die das Museum unterhält, kommt die Jubiläumsausstellung schließlich zu einem Ende.


Wie auch letztes Wochenende hatte ich sonntags keinen Dienst, schließlich war ich ja samstags da. Deshalb war ich wieder joggen. Da ich mit ein paar anderen Leuten unterwegs war, hat es mich allerdings abseits der sonst üblichen Strecke in eine ganz andere, mir bislang unbekannte Ecke von Phnom Penh verschlagen. Dort war es irgendwie verrückt, fast wie in einer Parallelwelt, denn das gesamte Areal, der "Eco-Park" wurde von einem riesigen Investment-Unternehmen gebaut.

Es ist alles sehr groß und prunkvoll gebaut und es war fast nichts los auf den Straßen. Damit steht der Eco-Park in großem Kontrast zu anderen Ecken in Phnom Penh.

Wie gesagt, es war irgendwie bizarr. Andererseits ist es damit so wie in allen Großstädten, denn gerade dort ist das Gefälle zwischen arm und reich meist enorm. In diesem Sinne ist es also nicht verwunderlich, dass auch Phnom Penh so ein Reichen-Viertel hat.

Wenn ich so darüber nachdenke, gibt es wahrscheinlich auch noch mehr als nur das eine. Bei dem ist es mir nur so extrem aufgefallen, weil ich da eben jetzt gerade war und weil es so ein riesiges Areal ist - fast eine eigene kleine Stadt.

Nach dem Laufen habe ich mir einen entspannten Sonntag gemacht und in der Küche ein bisschen experimentiert 😉

Neben gescheiterten Mochis und einem auch eher gescheiterten Nachtisch aus schwarzen Bohnen habe ich es beim zweiten Versuch geschafft, Nom Paung zu machen. Effektiv ist das frittierter Rührkuchenteig. So beschrieben klingt das vielleicht ein bisschen bizarr, aber es schmeckt echt gut und ich bin sehr glücklich darüber, dass ich jetzt weiß, wie ich sie selbst machen kann, denn ich habe schon länger darüber gerätselt🥳. Allerdings muss ich frittieren glaube ich noch ein bisschen üben, irgendwie sind die Num Paung teilweise ein bisschen dunkel geworden😅


Zum Kochen gibt es auch noch eine andere Anekdote, die ich gerne erzählen möchte: Ich finde es teilweise recht schwierig, Rezepte für kambodschanisches Essen zu finden. Deshalb koche ich gelegentlich einfach so, wie ich denke und hoffe, dass es dann funktioniert und schmeckt. Bei herzhaften Gerichten funktioniert das meistens auch ganz gut.

Irgendwann diese Woche habe ich also Ingwer-Tofu gekocht. Im Grunde genommen wird dafür einfach Ingwer in kleine Streifen geschnitten und mit Hähnchen (ich habe stattdessen Tofu genommen) zusammen angebraten. Gar nicht so schwer eigentlich. Und es schmeckte auch gut, außer dass der Ingwer, den ich verwendet habe, zu alt war, weshalb der Ingwer-Geschmack sehr sehr intensiv war 😅. However, bei dem Restaurant, wo wir immer zu Mittag essen, gibt es den Ingwer manchmal auch mit Erdnüssen - dachte ich. Als ich nämlich am nächsten Tag mit B Leap darüber geredet habe, hat er mich nur entgeistert angeschaut und gefragt, warum denn da Erdnüsse drin sind. Irgendwann hat er gecheckt, wovon ich rede und mir erklärt, dass man gegebenenfalls Sojabohnen dazugeben kann - aber nur wenn man statt Hähnchen Fisch dazu serviert. Upsi🙈

Rein geschmacklich passen die Erdnüsse meiner Meinung nach aber trotzdem sehr gut dazu😊

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