Recap Woche 51: Die letzte (ganze) Woche in Phnom Penh
Dieses (etwas verspätete 😅) Wochen-Recap erzählt schon von meiner letzten ganzen Woche in Phnom Penh. Ein paar Tage sind es zwar noch bis zu meinem Flug, aber es ist nicht mehr lang...
Nach einem entspannten community run mit einem running club habe ich samstagnachmittags mit meinen Mitbewohner:innen unsere Wohnung grundgereinigt, schließlich wollen wir sie unseren Nachfreiwilligen ja sauber hinterlassen. Das ist zwar nicht die schönste Aufgabe, muss aber eben auch gemacht werden...
Sonntags haben wir uns nochmal mit Sreng getroffen, um uns von ihm zu verabschieden. Die allermeisten meiner Mitfreiwilligen sind nämlich schon am Montag geflogen. Zum Abschluss haben wir beschlossen, noch einmal gemeinsam zu kochen. Zuerst haben wir einen Nachtisch gemacht, Nom Phlae Aie (នំផ្លែអាយ). Das sind kleine Bällchen aus Klebreismehl, die mit Palmzucker gefüllt und dann gekocht werden. Das geht eigentlich total easy und die sind sehr lecker. Ich muss allerdings sagen, ich mag sie noch lieber in der ungefüllten Variante mit einer Soße aus Ingwer und Palmzucker. Gerade die Soße hat es mir ein bisschen angetan, die ist soooooooo gut😋
Danach haben wir erstmal Tofu selbst gemacht und (unter anderem) daraus dann Soursoup und Red Curry gekocht. Das sind zwar beides nicht meine Lieblingsgerichte, aber lecker war es allemal! Vor allem das gemeinsame Kochen hat sehr viel Spaß gemacht und war ein toller Abschluss unserer gemeinsamen Zeit in Kambodscha🥲
Abends habe ich mich dann von meinen Mitfreiwilligen verabschiedet, denn wie gesagt, die meisten sind am Montag schon geflogen. Für die letzte Woche hier sind wir nur noch zu dritt : )
Am Montag begann dann für mich meine letzte Arbeitswoche. Auch wenn wir es nicht geschafft haben, die Ausstellung oder das Begleitheft vor meiner Abreise fertigzustellen, gab es noch ein paar Dinge, die ich fertig machen wollte.
Bislang war ja noch ein bisschen unklar, wann die Ausstellung eröffnet werden soll. Inzwischen steht fest, dass das im November passieren soll, anlässlich des Besuchs einer französischen Delegation. Aus diesem Grund soll es die Ausstellung auch dreisprachig geben, nicht nur - wie ursprünglich geplant - auf Khmer und Englisch. Eines der Dinge, die ich diese Woche also noch gemacht habe, ist ein Entwurf für die französische Übersetzung der Ausstellungstexte. Das zweite bezieht sich auf unsere Publikation. Die habe ich nochmal Korrekturgelesen und einheitliche Referenzen überall eingefügt 😊

Abends war ich mit zwei japanischen Studentinnen, die gerade im Tuol Sleng Museum für ihre Masterarbeit recherchieren, in Koh Norea spazieren. Das war sehr schön - wenn auch sehr windig. Dabei ist mir auch aufgefallen, wie krass der Wasserpegel im Mekong gestiegen ist - obwohl es ja in letzter Zeit nicht wirklich viel geregnet hat. Im Vergleich zu letzter Woche steht das Wasser mindestens zwei Meter höher🌊! Überschwemmungen gibt es dadurch aber zum Glück nicht, weil das hier jedes Jahr passiert und das Ufer entlang des Flusses dementsprechend so gebaut ist, dass die Stadt trotz des Anstiegs des Wasserpegels trocken bleibt 🙂
Den Dienstag hatte ich mir nochmal frei genommen, ich will ja schließlich meinen letzten Urlaubstag nicht verfallen lassen 😅. Wirklich etwas geplant hatte ich nicht - oder besser gesagt: ich hatte bewusst nichts geplant, um spontan zu schauen, was ich machen möchte. Neben ein paar organisatorischen Dingen, die ich noch erledigen musste, habe ich den Tag also ziemlich entspannt verbracht und dafür genutzt, ein bisschen zu entspannen und mich mental schon auf den Abschied vorzubereiten🥹
Mittwochs wurde es dann das erste Mal diese Woche so richtig traurig. Wir waren mit vielen meiner Kolleg:innen gemeinsam essen. Es hat mich sehr gefreut, dass so viele mitgekommen sind, aber es war auch traurig, weil es eben das letzte Mal war, dass wir zusammen Mittag gegessen haben. Und egal wie sehr ich mich auf Deutschland, die Menschen und mein Studium freue, gerade überwiegt definitiv die Traurigkeit darüber, zu gehen...

So war es auch am Donnerstag irgendwie bizarr, dass das mein letztes Training am Olympic Stadium war. Kaum zu glauben, dass mir das Stadion so sehr ans Herz gewachsen ist 😅, aber ich habe die Atmosphäre dort immer sehr genossen. Und vor allem das gemeinsame Training mit dem running club hat sehr viel Spaß gemacht, ich werde es echt vermissen 🥹

Ich habe auch nochmal versucht, herauszufinden, warum es "Olympic" Stadium heißt, denn Kambodscha hat noch nie die Olympischen Spiele ausgerichtet. So ganz genau weiß das niemand, habe ich das Gefühl, aber eine mögliche Erklärung ist, dass dieses Stadion nach der Unabhängigkeit Kambodschas 1953 gebaut wurde und sehr wichtig war, quasi ein Prestige-Projekt des damaligen Königs Sihanouk. Auch der Architekt, Vann Molyvann, ist sehr bekannt. Vielleicht wollte man durch diesen Namen dann ausdrücken, dass das Land nun unabhängig und in der Lage ist, auch internationale Sportevents auszurichten. Inzwischen gibt es zwar ein neues großes Stadion, das für die Südostasiatischen Spiele 2023 gebaut wurde, aber am Olympic Stadium hat das Nationale Olympische Komitee sowie die Nationalkader verschiedener Sportarten ihren Sitz und Trainingszentren. Vielleicht ist es auch deshalb das Olympische Stadion. Wer weiß...
Zum Abschluss dieses Wochen-Recaps noch ein random fun fact: Unsere Nachfreiwilligen, also diejenigen, die bis nächstes Jahr hier in Phnom Penh sein werden, fliegen am selben Tag wie ich (sogar zu einer ähnlichen Uhrzeit), nur eben in die andere Richtung. Das ist irgendwie schon verrückt - und ein bisschen schade, dass wir uns nicht persönlich kennenlernen. Ich hätte es total spannend gefunden, mitzubekommen, wer nächstes Jahr in Tuol Sleng arbeiten wird🙂





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