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Recap Woche 7: Sieben Tage im Museum :)

  • 3. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Nachdem die Woche im Archiv recht entspannt angefangen hat, wurde es freitags zum Abschluss nochmal ein bisschen aufregend. Ich habe es im letzten Wochen-Recap schon angerissen, hier ist jetzt eine ausführlichere Erklärung😊

Über Umwege und das Ministry of Culture und Fine Arts, dem das Tuol Sleng Museum untergeordnet ist, hat das Museum einige Gemälde gespendet bekommen. Darin verarbeitet der Künstler Ngeth Sim die Erfahrungen, die er während des Khmer-Rouge-Regimes gemacht hat. Nun hat das Museum auch von ebendiesem Ministerium den Auftrag bekommen, eine Ausstellung mit unter anderem diesen Bildern zu organisieren.

Und das ist jetzt meine Aufgabe. Also nicht alleine, ich mache das mit einem Kollegen zusammen und auch die anderen Teams unterstützen uns in den administrativen Fragen. Ich war sehr überrascht und habe mich auch ein bisschen unterqualifiziert gefühlt, weil ich nicht so viel Ahnung von Kunst oder Ausstellungskonzepten habe. Aber ich finde es total spannend und freue mich, mich da hineinzufuchsen.

Zuerst habe ich also recherchiert, wie man Ausstellungen organisiert, was man alles beachten muss etc. Danach haben wir uns mit den Gemälden und dem Künstler beschäftigt und ich habe eine Biographie von ihm auf Englisch geschrieben, damit wir diese auf eine Infotafel drucken können. Gerade bei dem Thema ist es, da waren wir uns einig, extrem wichtig, Hintergrundinformationen zur Künstlerbiographie zu haben, um die Bilder besser verstehen und einordnen zu können. Allerdings fehlen uns noch einige Informationen zu den Bildern, weshalb wir noch nicht anfangen konnten, Captions dazu zu schreiben.

Ich bin echt gespannt, wie das mit der Ausstellung weitergeht und ich freue mich schon darauf.

Im letzten Beitrag hatte ich auch schon die Eröffnungsveranstaltung für ein Research Program erwähnt. Das Programm erstreckt sich über zwei Monate immer am Wochenende samstags und sonntags und richtet sich an Studierende, nicht zwingend aus dem Fachbereich Geschichte, die sich mit der Zeit der Khmer Rouge auf der lokalen Ebene einer Provinz beschäftigen möchten. Im Rahmen des Programms lernen die Studierenden zuerst allgemein etwas zu den Khmer Rouge, anschließend erfahren sie etwas über historische Forschungsarbeit, wo Quellen zu finden sind, wie man eine Forschungsarbeit am besten strukturiert etc. Zum Abschluss gibt es einen Ausflug in die Provinz, um die Menschen vor Ort zu ihren Erfahrungen unter den Khmer Rouge zu befragen. Alle Ergebnisse werden schließlich in einem Buch zusammengefasst und festgehalten.

Weil ich fand, dass dieses Programm sehr interessant klingt, habe ich gefragt, ob ich auch daran teilnehmen darf und es hat tatsächlich geklappt 🥳. Dementsprechend sind meine Wochenenden aktuell recht verplant 😅, aber ich finde es total spannend! Am ersten Tag haben wir nach einer Kennenlernrunde einen Vortrag zu den Khmer Rouge gehört. Es war alles auf Khmer, deshalb konnte ich nur sehr bedingt folgen, aber dankenswerterweise hat eine der anderen Teilnehmerinnen ein bisschen für mich übersetzt 😊. Sonntags haben wir uns - und das fand ich besonders interessant - mit dem Holocaust beschäftigt. Random Fact: Ich wusste gar nicht, dass das Tagebuch der Anne Frank auf Khmer übersetzt wurde! Aber nuk zum Inhaltlichen: Die allermeisten Teilnehmenden hatten noch nie vom Holocaust gehört. Das klingt erstmal krass, aber als ich länger darüber nachgedacht habe, ergibt es schon Sinn, bei uns lernt man ja auch nichts über den Zweiten Weltkrieg in Asien zum Beispiel. An sich der Zweite Weltkrieg war nämlich sehr wohl ein Begriff und dass die Deutschen ihn angefangen haben, auch. Aber die NS-Ideologie sowie die Massentötungen der Nazis waren für die meisten komplett neu. Darüber habe ich länger nachgedacht, weil ich es aus europäischer Perspektive unbegreiflich finde, nichts über den Nationalsozialismus zu wissen. Aber wie gesagt, dann habe ich überlegt, wie viel ich zum Zweiten Weltkrieg in Asien, der Expansionspolitik Japans oder dem maoistischen China weiß und musste feststellen, dass ich in diesen Bereichen mehr Wissenslücken als Wissen habe. Selbst von den Khmer Rouge hatte ich noch nichts gehört, bevor ich mich auf die Stelle hier beworben habe, von daher finde ich es verständlich, dass in Kambodscha keine europäische Geschichte gelehrt wird.


Neben den inhaltlichen Aspekten finde ich das Research Program total cool, weil ich Leute in meinem Alter kennenlernen kann und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Natürlich war eine gewisse Schüchternheit mir gegenüber vorhanden, aber das liegt vor allem daran, dass viele nicht so gut Englisch sprechen (bzw. denken, sie sprächen nicht so gut Englisch und sich deshalb nicht trauen, mit mir zu reden) und ich eben kein Khmer. Ich habe aber auch am zweiten Tag gemerkt, dass das Eis gebrochen ist. Mir haben die zwei Seminartage sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich schon sehr auf die kommenden Wochenenden!

Der Workshop hat mir aber auch gezeigt, dass ich unbedingt noch mehr Khmer lernen muss. Also vielleicht nicht muss, aber möchte. Deshalb habe ich während des Vortrags eine Vokabelliste angefangen, mit Wörtern, die praktisch sind, um ein bisschen folgen zu können. Mal schauen, ob mir das in den nächsten Wochen hilft 😅

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