Warum weltwärts? Und wieso Kambodscha?
- 17. Sept. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai
Hallo!

Auf diesen Seiten berichte ich ein bisschen aus meinem Leben in Kambodscha, teile erste Eindrücke und erzähle vielleicht auch das ein oder andere zu kambodschanischer Kultur und Lifestyle.
Ganz zu Anfang stellt sich - berechtigterweise - die Frage, warum ich ein Auslandsjahr in Kambodscha mache. Oder wie mein ehemaliger PoWi-Lehrer es formuliert hat: Wie zum Geier kommt man auf die Idee, nach der Schule für ein Jahr nach Kambodscha zu gehen?
Diese Frage ist recht einfach zu beantworten: Mir war schon ziemlich lange klar, dass ich nach der Schule ein Auslandsjahr machen möchte, aus dem einfachen Grund, dass ich die Welt entdecken und neue Kulturen kennenlernen wollte. Vielleicht auch ein bisschen, weil ich noch nicht wusste, was ich sonst nach dem Abi machen möchte und ein Auslandsjahr optimale Möglichkeiten bietet, um sich auszuprobieren und neu kennenzulernen. Die Grundsatzentscheidung für ein Auslandsjahr war also getroffen, jetzt war nur noch die Frage wohin und wie.
In welches Land möchte ich gehen? Welche Programme und Organisationen bieten Auslandsaufenthalte an? Work and Travel, Au Pair oder Freiwilligendienst? Nach einigen Stunden Recherche, unzähligen Webseiten und so mancher Pro-Contra-Liste habe ich mich dafür entschieden, einen Freiwilligendienst mit dem Programm weltwärts zu machen.
weltwärts ist ein staatlich gefördertes Programm, das seit 2008 jungen Erwachsenen im Alter von 18-28 Jahren einen Freiwilligendienst in einem Land des Globalen Südens ermöglicht hat. Seit 2013 unterstützt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) auch Incoming-Freiwillige, also junge Erwachsene aus dem Globalen Süden, die in Deutschland einen Freiwilligendienst absolvieren. Von Deutschland aus entsenden zahlreiche Organisationen in alle Länder des Globalen Südens. So vielfältig wie die Einsatzländer sind auch die Einsatzstellen: von
Schulen und Kindergärten über Jugendzentren, Sportprojekte, Tierstationen bis hin zu Naturschutzorganisationen und Kultureinrichtungen ist alles dabei.
Auf der Internetseite von weltwärts sind alle Einsatzstellen verzeichnet. Aus den schier unendlichen Einsatzstellen gab es eine, die mich persönlich besonders angesprochen hat: das Tuol Sleng Genocide Museum in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Es ist eine Gedenkstätte und ein Museum, das sich mit der kommunistischen Terrorherrschaft der Roten Khmer auseinandersetzt. Daneben beherbergt es auch ein Archiv, in dem die Unterlagen der Roten Khmer aufbewahrt und zugänglich gemacht werden. Die ehemalige Schule, in der sich das Museum befindet, diente den Roten Khmer 1975-1979 als Foltergefängnis.
Diese Einsatzstelle hat mich besonders angesprochen, da ich Gedenkstättenarbeit spannend finde und etwas zur Geschichte außerhalb Europas, zu der ich noch nicht so viel weiß, lernen kann. Damit stand für mich Kambodscha als Einsatzland fest. Allerdings musste ich auch erstmal angenommen werden…
Im November/Dezember habe ich mich schließlich bei der Entsendeorganisation ViA e.V., die die Einsatzstelle im Tuol Sleng Museum anbietet, beworben. Überraschenderweise kam dann schon im Januar die Zusage!
Trotz all der dadurch notwendigen Vorbereitungen und des Papierkrams habe ich mich riesig gefreut. Niemals hätte ich damit gerechnet, so schnell schon eine Zusage zu bekommen 😊
Damit wäre die Frage, wie es zu meinem Auslandsaufenthalt in Kambodscha kam, glaube ich ausreichend geklärt.
Es freut mich, Interesse für meine Erfahrungen und das Leben in Kambodscha geweckt zu haben. Allerdings möchte ich an dieser Stelle erwähnen, dass alles, was ich teile, auf meinen persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen beruht. Das gilt vor allem dann, wenn es um kulturelle Begebenheiten und Traditionen geht. Denn auch wenn ein Jahr ganz schön viel Zeit ist, reicht es bei weitem nicht aus, um eine Kultur komplett kennen und verstehen zu lernen. Alle Erfahrungen, die ich teile, müssen also vor dem Hintergrund gesehen werden, dass es persönliche Erlebnisse sind, die sich nicht verallgemeinern lassen.
Viel Spaß beim Lesen!



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