Recap Woche 1: Die erste Woche in Phnom Penh
- 18. Sept. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Mai

Die ersten paar Tage in Phnom Penh waren ziemlich aufregend. Aber fangen wir erstmal mit dem Flug an: Am Frankfurter Flughafen habe ich eine Mitfreiwillige getroffen, beim Aussteigen haben wir dann festgestellt, dass noch zwei weitere Mitfreiwillige von uns auch ab Frankfurt geflogen sind (wir haben uns aber tatsächlich erst beim Aussteigen gesehen😅). Zwischenzeitlich hatten wir noch ein bisschen Sorge, unseren Flug in München zu verpassen, weil wir in Frankfurt statt um 20:15h erst um 21 Uhr losgeflogen sind und in München nur 35 Minuten zum Umsteigen hatten… Glücklicherweise hat das aber dann gepasst, weil wir anstelle der vorgesehenen 55 Minuten nur eine halbe Stunde von Frankfurt nach München gebraucht haben. Fragt nicht, warum wir von Frankfurt nach München geflogen sind, das verstehen wir auch nicht, aber laut dem Reisebüro ging das nicht anders😏. In München haben wir dann noch fünf weitere Mitfreiwillige getroffen. Insgesamt sind wir in Kambodscha elf Freiwillige von ViA, acht davon sind in der Hauptstadt Phnom Penh, zwei auf dem Land und eine auf einer Insel. Als wir in München im Flieger saßen, konnten wir uns erst einmal zurücklehnen, schließlich hatten wir knapp elf Stunden Zeit. Obwohl man die Zeit an sich ganz gut nutzen konnte, um zu schlafen und die meisten von uns das auch gemacht haben, waren wir recht müde, als wir in Bangkok angekommen sind. Dort war der Umstieg dann etwas entspannter als in München und zum Glück war der Flughafen klimatisiert. Draußen war die Luft wirklich zum Schneiden dick und feucht. Als wir dort gewartet haben, ist die letzte Freiwillige unserer Gruppe auch zu uns gestoßen. Damit war unsere Gruppe – zumindest vorerst – komplett, denn ein Freiwilliger wird erst Mitte September 18 und darf dementsprechend nicht vorher ausreisen.
Der letzte Teil unserer Reise – also der Flug von Bangkok nach Phnom Penh – verlief ohne größere Aufregung. Das Erste, was mir dort im Unterschied zu Deutschland aufgefallen ist, ist, dass die EU-Richtlinien nicht mehr gelten, denn bei der Wasserflasche, die wir bekommen haben, ging der Deckel ab 😂. Als wir dann gegen 18:30h (also MESZ 13:30h) Phnom Penh erreicht haben, war es schon dunkel. Zum Glück haben wir einen Koordinator vor Ort, Sreng, der uns vom Flughafen abgeholt hat und sich auch sonst super um uns kümmert, wenn wir irgendwelche Fragen haben oder so.
Wir haben uns dann erstmal kambodschanische SIM-Karten gekauft und anschließend unser Gepäck in unsere Wohnung gebracht. Danach waren wir gemeinsam Abendessen und sind dann direkt schlafen gegangen, weil es trotz des vielen Sitzens im Flugzeug ein anstrengender Tag war.

Am nächsten Morgen begannen unsere Orientierungstage. Das sind ein paar Tage, in denen uns Sreng ein bisschen die Umgebung zeigt und uns praktisches Know-How mit an die Hand gibt. Während dieser Zeit sind auch die Freiwilligen, die nicht in Phnom Penh arbeiten werden, noch hier. Morgens hat Sreng uns also mit ein paar TukTuks abgeholt und wir sind zu ihm nach Hause gefahren. Dort hat er mit uns vormittags ein bisschen Landeskunde und nachmittags einen kleinen Sprachkurs gemacht. Als wir dort angekommen sind, haben meine Mitfreiwilligen mir aber erstmal ein Ständchen gesungen und wir haben den Kuchen gegessen, den sie besorgt haben. Das war richtig lieb und eine wirklich gelungene Geburtstagsüberraschung ☺️.
Nach dem Ende des Sprachkurses mit Sreng sind wir mit dem TukTuk wieder zurückgefahren zu unserer Wohnung, haben zu Abend gegessen und dann einen Spieleabend gemacht.
Das erste Mal TukTuk zu fahren war irgendwie total witzig, es ist eigentlich total entspannt und vor allem muss man selbst nicht auf den Verkehr achten. Der wirkt nämlich aktuell noch ziemlich verwirrend und chaotisch, aber ich bin mir sicher, dass alles seine Ordnung hat, ich muss mich nur noch ein bisschen dran gewöhnen.
Samstags sind wir mit Sreng aus der Stadt rausgefahren und haben uns einige Tempelanlagen sowie eine Pagoda angeschaut. Sonntags waren wir wieder bei Sreng, denn er betreibt mit seiner Schwester eine Kochschule und hat mit uns zusammen einen Kochkurs gemacht. Es gab Amok, ein typisch kambodschanisches Gericht. Man könnte es als mildes Kokos-Gemüse-Tofu-Curry beschreiben. Zuerst stellten wir die Currypaste

her, aus Zitronengras, Galgantwurzel, Kurkuma und Kaffirlimettenblättern. Bis das eine ordentliche Masse war, mussten wir die Zutaten ganz schön lange im Mörser bearbeiten, aber das war es wert, so viel kann ich schon sagen. Danach haben wir die Currypaste mit etwas Knoblauch und Chili sowie Kokosmilch verfeinert. Je nach Geschmack kann man es hier mehr oder weniger scharf machen, aber traditionell sind kambodschanische Gerichte gar nicht so scharf, wie wir gelernt haben. In diese Masse haben wir dann geschnittenes Gemüse und Tofu, wer möchte auch noch Fisch, hineingegeben und gut gemischt, damit das Curry schön verteilt ist.

Das alles haben wir dann in geköpfte Kokosnüsse gefüllt und diese dann gekocht. In der
Zwischenzeit haben wir aus dem übrigen Gemüse noch Grillspieße und zusätzlich dazu gebratene Nudeln gemacht – wobei letztere ursprünglich eher aus der chinesischen Küche stammen. Es hat alles super lecker geschmeckt, die Arbeit hat sich gelohnt😊
Montags hatten wir eine Tanzstunde, in der wir ein paar traditionelle Tänze kennengelernt haben. Ich fand das total beeindruckend, weil es gar nicht so einfach ist, die Hand- und Fußbewegungen zu koordinieren. Vor allem bei den Handbewegungen hat man gemerkt, dass wir das nicht gewohnt sind, weil uns Koordination und Beweglichkeit in den Handgelenken fehlte. Auch wenn es vielleicht noch nicht so gut aussah, hat es viel Spaß gemacht und wir hatten einen tollen Vormittag.

Nachmittags sind wir noch kurz zum „National Olympic Stadium“ gefahren. Warum das „Olympic“ Stadium heißt, habe ich noch nicht herausgefunden, denn Kambodscha hat bisher noch keine Olympischen Spiele ausgerichtet. Vielleicht heißt es so, weil die Größe den Olympischen Vorgaben entspricht, wer weiß. Ob jetzt olympisch oder nicht, das Stadion ist sehr cool. Es gibt eine Joggingrunde drum herum, die ist 1,5km lang; manchmal kann man sogar im Stadion laufen, dann sind es logischerweise die klassischen Stadionrunden. Besonders schön finde ich an dem Stadion, dass es nicht nur eine Sportart beherbergt. Es gibt neben der Möglichkeit zu joggen noch ein Schwimmbad, Tennis-, Beachvolleyball-, Basketball-, Badminton- und Boule-Plätze sowie die Trainingshallen einiger nationaler Sportverbände. Das Zweite, was mir sehr gut gefällt, ist, dass wirklich viel los ist. Gerade wenn man abends auf der Strecke unterwegs ist, begegnet man echt vielen Menschen.
Die letzten beiden Tage unserer Orientierungszeit, also bevor angefangen haben, zu arbeiten, hatten wir Freizeit. Die haben wir dafür genutzt, die Stadt zu erkunden, nach Hobbies Ausschau zu halten oder ein bisschen zu entspannen. Außerdem waren wir das erste Mal auf dem Russian Market, das ist der Markt, der am nächsten bei uns ist. Ich fand es echt spannend, weil die Vielfalt an Produkten, die dort angeboten wird, einfach riesig ist. Es war aber auch deutlich entspannter, als ich es mir vorgestellt hatte. Vielleicht lag das aber auch an der Uhrzeit, zu der wir da waren.
Nach der ersten Woche in Phnom Penh konnten wir schon einige Eindrücke sammeln. Inzwischen kenne ich mich auch in unserer Nachbarschaft ganz gut aus und so langsam gewöhne ich mich auch an den Verkehr. Tatsächlich ist auch das Wetter nicht ganz so anstrengend, wie ich erwartet hatte. Es ist zwar heiß, aber die hohe Luftfeuchtigkeit merkt man finde ich kaum. Ich freue mich jetzt, wo wir uns ein bisschen eingelebt haben, umso mehr auf das kommende Jahr und all die Erfahrungen, die ich sammeln darf😊



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