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Recap Woche 19: Zuhause!?

  • 27. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Diese Woche gibt es gar nicht so viel Spannendes oder Neues zu berichten, es war eine ganz "normale" Arbeitswoche.

Samstagabends war ich mit einigen meiner Mitfreiwilligen an der Walk-Street, dort haben wir zusammen zu Abend gegessen. Mich hat es ein bisschen überrascht, als ich erfahren habe, dass es die Walk Street erst seit einem Jahr gibt. Ich finde es aber sehr schön, weil das mal eine Sache ist, die vor allem die Locals wahrnehmen. Also klar, es gibt auch Touris, aber die meisten Menschen, die auf der Straße unterwegs sind, sind Locals.

Da es so viele verschiedene Essensstände gibt, war es gar nicht so einfach, sich für eine Sache zu entscheiden. Das Gute ist: Wirklich etwas falsch machen, kann man glaube ich nicht, solange man auf das eigene Bauchgefühl hört. Diesmal habe ich Num Banh Chok gegessen, manche nennen sie auch "Khmer noodles". Das sind speziell fermentierte und getrocknete Reisnudeln mit einer curryartigen Soße. Klassischerweise gibt es die in Rot und Gelb, beides ist lecker, auch wenn ich persönlich das rote Curry präferiere 😊

Sonntagmorgens war ich in Koh Norea joggen. Ich war zwar nicht früh genug für den

Sonnenaufgang, aber es war trotzdem sehr schön. Und die Luft war dadurch, dass ich direkt am Flussufer gelaufen bin, deutlich besser und frischer als am Stadion.

Auf dem Foto sieht man einen Weihnachtsbaum, der noch stehen geblieben war, aber am Sonntag auch abgebaut wurde, mit der Phnom Penh Skyline im Hintergrund.

Am Montag bin ich wieder zur Arbeit gegangen, diese Woche ganz ohne Feiertag 😉. Dabei gibt es nich viel Neues, wir sind immer noch mit den Recherchen für unsere Ausstellung beschäftigt und das wird auch noch eine Weile so bleiben. Ich muss gestehen, es ist schon ein bisschen frustrierend, so viele Dokumente zu lesen ohne relevante bzw. hilfreiche Informationen zu finden, aber so funktionert halt Forschung. Und nichtsdestotrotz lerne ich viel und komme dadurch auf neue Ideen, nach was ich suchen kann. Denn die "Returnees" sind ein bislang unerforschtes Thema und in den Akten der Khmer Rouge gibt es eher an verschiedenen Stellen immer mal wieder kleinere und indirekte Infos dazu. Diese Woche haben wir uns auch eine genauere Struktur für die Ausstellung überlegt, das hilft auf jeden Fall schon, um präziser recherchieren zu können. Wahrscheinlich wird sie sich im Laufe unserer Arbeit noch verändern, aber das ist ja normal bei so großen Projekten 😊.

Ich finde es krass, dass schon der halbe Januar wieder vorbei ist (mehr als die Hälfte eigentlich). Die letzten vier Monate sind so schnell vergangen... In einem Monat ist schon unser Zwischenseminar!!! Und ich weiß auch jetzt schon, dass die übrige Zeit bis Ende August gefühlt mindestens genauso schnell vergehen wird und wie schwer es wird, mich dann wieder zu verabschieden und mein neu gewonnene Zuhause hinter mir zu lassen 🥹. Und ja, ich schreibe bewusst, dass ich hier ein zweites Zuhause gefunden habe, weil ich das Gefühl habe, dass es genau das ist.

Dabei musste ich an eine Diskussion denken, die wir in der Oberstufe in Deutsch geführt haben, als wir die Lektüre "Heimsuchung" von Jenny Erpenbeck behandelt haben. Man könnte glatt meinen, dass der Roman mich in dieser Hinsicht heimgesucht hat 😉. Es ging um die Frage, ob es einen Unterschied zwischen den Begriffen "Zuhause" und "Heimat" gibt und ob es möglich ist, mehrere Orte mit Zuhause bzw. Heimat zu bezeichnen. Ich erinnere mich noch gut, dass wir uns da nicht einig waren, aber genau deshalb fand ich die Diskussion so spannend. Heute habe ich ChatGPT gebeten, mir die beiden Begriffe zu definieren. Es schreibt selbst, dass es dazu nicht nur eine einzige Quelle angeben kann, sondern dass diese Definitionen verschiedene Aspekte der Philosophie, Psychologie sowie der Sozial- und Kulturwissenschaften beinhalten. Ich glaube auch, dass beides Begriffe sind, die jede Person ein bisschen unterschiedlich definiert. Aber jetzt dazu, wie ChatGPT "Zuhause" und "Heimat" definiert:


"'Zuhause' bezeichnet einen Ort, an dem sich jemand sicher, geborgen und wohl fühlt. Es ist der Platz, an dem eine Person lebt, wo sie ihre Familie oder engste Bezugspersonen um sich hat und in dem sie emotionale Sicherheit und Zugehörigkeit erfährt. In einem weiteren Sinne kann 'Zuhause' auch metaphorisch für einen inneren Zustand des Wohlbefindens und der Ruhe stehen, unabhängig vom physischen Ort."


"Heimat bezeichnet den Ort oder den sozialen und kulturellen Zusammenhang, mit dem sich ein Mensch innerlich verbunden fühlt. Es ist ein Raum der Zugehörigkeit, der durch vertraute Sprache, Menschen, Werte, Erinnerungen und Lebensweisen geprägt ist. Heimat kann ein geografischer Ort sein, muss es aber nicht zwingend; sie kann sich auch in Beziehungen, kulturellen Praktiken oder einem Gefühl von Identität und Verwurzelung ausdrücken."


Nun ist es allen selbst überlassen, etwas (oder auch nichts) damit anzufangen. Mich hat mein Aufenthalt hier auf jeden Fall dazu gebracht, mich sehr intensiv damit zu beschäftigen, wo, wann oder bei wem ich mich zuhause fühle, denn für mich persönlich bedeutet "Zuhause" neben der "banalen" Bedeutung des Wohnortes auf einer emotionalen Ebene Geborgenheit und Sicherheit.

Um auf die Diskussion zurückzukommen, die ich am Anfang erwähnt habe: Für mich ist es möglich, mehrere Orte als Zuhause zu bezeichnen. Demgegenüber gibt es nach meinem persönlichen Gefühl nur eine Heimat, da diese bei mir mit der Region verknüpft ist, wo ich aufgewachsen bin. Allerdings hat der Begriff "Heimat" in dieser Hinsicht für mich auch keine so emotionale Bedeutung wie das Wort "Zuhause". Wie gesagt, das sind meine persönlichen Gedanken zu dem Thema, andere Menschen sehen das bestimmt anders (und das ist auch gut so).


Damit zum Ende der kleinen Philosophie-Stunde. Ich weiß jetzt schon, dass ich das Leben und die Menschen hier vermissen werde, wenn ich wieder in Deutschland bin. Zum Glück dauert es aber noch ein bisschen, bis es soweit ist 😊

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