Recap Woche 25: Erkenntnisse
- 10. März
- 3 Min. Lesezeit
Als wir samstagnachmittags von unserem Zwischenseminar nach Hause gekommen sind, haben wir beschlossen, zusammen essen zu gehen, viele Vorräte hatten wir sowieso nicht mehr zu Hause 😅 (theoretisch hätten wir durchaus noch zum Supermarkt oder so gehen können, aber das indische Restaurant, in dem wir gegessen haben, ist einfach zu gut 😋).
Sonntags haben wir uns schließlich einen entspannten Tag gemacht, bevor wir montags alle wieder arbeiten mussten. Für mich war diese Woche sehr erfolgreich, denn ich habe die DC-Cam-Liste ausgewertet! Die Liste hatte ich glaube ich schonmal erwähnt, wir haben sie im DC-Cam-Archiv gefunden (Mehr dazu gibt es im entsprechenden Artikel zu lesen 😊). Sie wurde von Historiker:innen von DC-Cam auf Basis von Dokumenten aus der Botschaft in Paris erstellt und ist eine Liste von Kambodschaner:innen im Ausland, die 1975 oder 1976 in der Botschaft des „Gouvernement Royal d’union nationale du Kampuchea“ (Königliche Regierung des vereinten nationalen Kampuchea, GRUNK) einen neuen Pass beantragt haben, weil der alte aus Zeiten der Republik Khmer (Lon-Nol-Regierung) nach der Machtübernahme durch Pol Pot keine Gültigkeit mehr besaß.
Anfangs dachten wir, diese Liste sei nahezu vollständig, allerdings habe ich nach längerer Beschäftigung herausgefunden, dass sie das sehr wahrscheinlich nicht ist. Dennoch konnten wir dank der Liste und der zugehörigen Dokumente einige statistische Daten über die Kambodschaner:innen erheben, die sich 1975/1976 im Ausland befanden und eben einen neuen Pass beantragt haben. Warum betone ich so sehr, dass es „nur“ ein Passantrag ist? Nicht alle der Menschen, die einen Pass beantragt haben, wollten nach Kambodscha zurückkehren. Manche haben den Pass einfach beantragt, weil sie im Ausland bleiben, vielleicht reisen und deshalb einen gültigen Pass besitzen wollten. Bei den allermeisten der Anträge stand allerdings als Motiv für die Beantragung eines neuen Passes der Wunsch, nach Kambodscha zurückzukehren, weshalb wir davon ausgehen können, dass diese Personen auch tatsächlich zurückgekehrt sind. Sicher überprüfen lässt sich das allerdings nicht, weil es keine Listen darüber gibt, wer wann nach Kambodscha eingereist ist.
Und das ist nicht das einzige aufregende auf der Arbeit, das diese Woche passiert ist 😊 Aber jetzt erstmal zu ein paar anderen Dingen, die neben der Arbeit diese Woche so passiert sind 😉
Zunächst einmal haben wir seit Mittwoch einen neuen Mitbewohner: Pheak, ein kleiner Kater, den wir aufgenommen haben, weil er sonst eingeschläfert werden müsste. Er ist seiner Größe nach ein paar Wochen alt und stark unterernährt. Für die nächsten Wochen wird er bei uns wohnen, bis er groß genug ist und keine Medikamente mehr braucht, danach hat sich Srengs Mutter bereiterklärt, ihn dauerhaft aufzunehmen. Bis dahin haben wir jetzt aber erstmal ein Haustier 🐈

Das war aber immer noch nicht alles, was in dieser Woche passiert ist. Denn der Donnerstag war ein besonderer Tag für mich: Nachdem das Uni-Semester und die Klausurenphase jetzt vorbei sind, ist meine Schwester zu Besuch gekommen🥰. Auf dem Weg vom Flughafen nach Hause sind wir allerdings einmal vom Regen geduscht worden. Und das, obwohl noch Trockenzeit ist!!! Das war der erste Regen seit drei bis vier Monaten und er hat uns genau dann erwischt, als wir von der Bushaltestelle zu unserer Wohnung gelaufen sind 😅. Na ja, bei den Temperaturen wird man auch wieder trocken😉
Das mit dem Regen ist aber tatsächlich interessant: Sreng hat erzählt, dass es noch vor einigen Jahren so war, dass es im letzten Monat der Trockenzeit einmal für ein paar Stunden stark geregnet hat und dann war es für ein paar Wochen wieder vorbei mit Regen. Der Regenschutt, den wir abbekommen haben, war auch so ähnlich, die nächsten Tage waren aber sehr wolkenverhangen und trüb, ohne viel Regen. Das wiederum ist eigentlich untypisch, wie Sreng erzählt hat, und hängt mit der Klimaerwärmung zusammen.
Jetzt aber genug von dem Regen und zurück zur Arbeit, denn wie ich schon angekündigt hatte, ist freitags noch etwas sehr Aufregendes passiert: Wir hatten ein Zeitzeugengespräch! Sonny Thet wurde von Prinz Sihanouk 1969 nach Weimar in die DDR geschickt, um klassische Musik und Cello zu studieren. Mit seiner Musik, die später als „Weltmusik“ bekannt wurde, tourte er durch die ganze DDR und finanzierte sich damit sein Leben, nachdem durch den Coup d’état 1970 das Stipendium von Prinz Sihanouk gestoppt wurde. Er entschied sich, unter den Khmer Rouge nicht zurück nach Kambodscha zu gehen und besuchte sein Heimatland das erste Mal nach seiner Ausreise im Jahr 1992. Bis heute lebt und arbeitet er in Deutschland, inzwischen in seiner Wahlheimat Berlin. Das Gespräch mit ihm war super nett und es war total spannend, zu hören, was er alles zu erzählen hat. Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir die Videokonferenz realisieren konnten😊
So, das waren jetzt total viele verschiedene Dinge in einer einzigen Woche und damit auch genug für dieses Wochen-Recap. Nächste Woche geht es aber auch sehr spannend weiter, denn ich besuche mit meiner Schwester Siem Reap und die Tempelanlagen von Angkor Wat, darauf freue ich mich schon sehr🙂



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